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Andreas Worte an seine Fans

 

Andrea zum Tod von Muhammad Ali, 4. Juni 2016
Mir gefällt es, ihn mir da oben vorzustellen, wie er für eine bessere Welt kämpft, großzügig und stark, so wie er es immer getan hat.
 
 Die Nachricht vom Tod Muhammad Alis hat mich und meine Familie zutiefst bestürzt und erfüllt uns mit tiefer Trauer. Mit seinem Tod verlieren wir einen wahren Helden, eine universelle Ikone für Mut und Zivilcourage, eine Leitfigur unserer Zeit.
Zusammen mit Veronica, meinen Kindern und allen Mitarbeitern der Andrea Bocelli Foundation, möchten wir unsere aufrichtige Anteilnahme ausdrücken, die Herzen voller Trauer und Dankbarkeit, und umarmen in Gedanken Lonnie, die Kinder und die ganze Familie des großartigen Muhammad, dessen Erinnerung bewahrt werden wird, nicht nur in den Geschichtsbüchern und in den Herzen derjenigen, die ihn geliebt haben, sondern im Angesicht der ganzen Welt, denn er hat dazu beigetragen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen, an dem man in Frieden und Brüderlichkeit kann.

Vor ein paar Jahren hat mir das Leben das Privileg geschenkt, ihn kennen zu lernen, und mich im Folgenden seinen Freund nennen zu dürfen, nachdem ich ihn immer schon voller Leidenschaft und Bewunderung im Ring gefolgt war. Ihn kennenzulernen war die Verwirklichung eines Traums. Ich erinnere mich, wie ich ihn zusammen mit einem gemeinsamen Freund, Jimmy Walker, zuhause aufgesucht habe, als unerwarteter Gast anlässlich des Geburtstags seiner Frau Lonnie. Als ich vor diesem Super Athleten stand, dem Mann, der von der Krankheit geprüft, aber nicht gebeugt war, beendete Ali zum Erstaunen der Anwesenden ein Schweigen, das – wie man mir später sagte – schon Tage andauerte und beschenkte mich mit einer Bitte: “ Sing for me”, sagte er,  welchem ich mit Freude nachkommen konnte. Ich widmete ihm, mit vor Aufregung brüchiger Stimme, acappela eine italienische Melodie. Bei dieser Gelegenheit schenkte Muhammad mir ein Paar seiner Boxhandschuhe mit Autogramm, die ich wie eine Reliquie bewahre.

Am nächsten Tag saß Muhammad in der Phoenix Arena voller Menschen in der ersten Reihe. Als ich auf die Bühne ging, trug ich diese Boxhandschuhe und widmete ihm das finale Nessun Dorma, denn nichts erschien mir passender, den großen Kämpfer zu ehren, als mit der Arie, die mit dem Wort “vincerò” (ich werde siegen) endet, das dreimal wiederholt wird und in jeder Hinsicht in der Lage ist, von einem edlen Geist voll feuriger Leidenschaft und unerschöpflicher Willenskraft zu erzählen, genausolch einem Charakter, wie der des unbesiegbaren Champions vor mir.

Ali ist ein Mythos, nicht nur für seine, sondern mindestens für drei Generationen, ein Mensch der wusste, seine Ablehnung von Krieg und Gewalt mit aller Deutlichkeit bekannt zu machen. Eine universelle Ikone von Mut und Zivilcourage, er hat bis zum Schluss niemals aufgehört im Ring zu sein, um seinen eigenen Kampf gegen den Parkinson zu führen: Dank Muhammad gibt es beim Barrow Neurological Institute in Phoenix eine herausragende Abteilung für die Forschung zur Behandlung der Parkinson Krankheit, eine der führenden in den USA. Dank der Unterstützung der Celebrity Fight Night und ihres Gründers Jimmy Walker ist das “Muhammad Ali Parkinson Center – Movement Disorders Clinic” in der Lage diejenigen Kranken und deren Familien mit einer konkreten Unterstützung zu versorgen, die sich die Medikamente und Behandlungen sonst nicht leisten könnten.
Die ganze Welt ist in Trauer und betet für Muhammad, für seine erleuchtete Seele, dass er seinen Weg in Frieden weitergeht, befreit von einem erschöpften Körper, dass er vermag überall zu sein und dass er uns wird  überall weiter inspirieren können.
 Mir gefällt es, ihn mir dort oben vorzustellen, wie er dort kämpft, wie er es immer getan hat, großzügig und stark, für eine bessere Welt.
Andrea Bocelli

aus dem Flugzeug, 2. Mai 2016
Ihr Lieben, ich schreibe euch aus dem Flugzeug, das mich zurück nach Hause bringt, wo ich meine Söhne Amos und Matteo wieder in die Arme schließen kann, wo mich die Verwandten und die Freunde seit jeher erwarten, aber auch meine geliebten Pferde, und die Geschmäcker und Gerüche im Marienmonat Mai: eine Zeit, in der sich in Italien die Natur in festlichem Kleid zeigt, in der das Leben in all seiner Schönheit triumphiert, und die Hoffnung auch im müdesten Herzens wieder entfacht wird und erwächst.
Hinter mir, Seoul, jenes “Land des stillen Morgens” wo ich das letzt Konzert einer Tour gegeben habe, die vor nun fast zwei Wochen mit meinem Debüt in Indien, in Mumbai begonnen hat. Das Adrenalin kreist noch dermaßen, dass im Moment an Schlaf nicht zu denken ist. Im Kopf kreisen viele Begegnungen, öffentliche und private, viele Treffen, die dazu bestimmt sind, sich in neue schöne Erinnerungen zu verwandeln.
Gern teile ich hier einige beispielhaft mit euch, allen voran ein lebhaftes Bild, nicht von der Bühne aus, sondern als Zuschauer im Saal, Seite an Seite mit Zubin Mehta und seiner Frau Nancy, während sich im Rampenlicht junge Chorsänger und Musiker der “Mehli Mehta Music Foundation” präsentierten. Der Eindruck von Indien konnte nicht strahlender sein, dank des Enthusiasmus und der Bravour einer solch multikulturellen Armee junger Musikanten, die zum Schönen erzogen sind, denen Veronica und ich applaudieren durften, kaum dass wir in Mumbai gelandet waren.
Dies ist eines der vielen philanthropischen Projekte, die der Großzügigkeit des großartigsten der heute noch aktiven Orchesterdirigenten zu verdanken ist, Zubin Mehta nämlich. In den vergangenen Tagen, anlässlich seines achtzigsten Geburtstags, hatte ich das Privileg, mit ihm zu feiern, indem ich bei einem Konzert in Mumbai, seinem Geburtsort sang. Und es war sehr schön, seine Überraschung zu mitzuerleben (und sofort danach seine Rührung), als plötzlich das Orchester nicht mehr seinem Dirigentenstab folgte und stattdessen das klassische “Happy Birthday” anstimmte!
Nach den indische Erlebnissen, festlich, faszinierend und auch ein wenig surreal (bezüglich des gigantischen “Brabourne Stadium”, einem indischen Tempel des Cricket, in dem das Konzert stattfand), sind wir nach Abu Dhabi geflogen und fanden dort wieder die Herzlichkeit jenes außergewöhnlichen Volkes und angenehme sommerliche Temperaturen. Einige Freunde haben die Gelegenheit ein paar freier Stunden dazu genutzt, uns das bewegende Erlebnis eines Sonnenuntergangs in der Wüste zu schenken. Und so haben wir das schwindelerregende Gefühl eines zeit- und grenzenlosen Ortes wahrgenommen, der seit jeher dazu bestimmt war – für Jesus Christus und viele Mystiker – dieser erhabene Ort, dort zu meditieren, dort zu sich selbst zu finden. 
In den Dünen herumzulaufen, mit unserer kleinen Virginia, hat uns – Veronica und mich – daran erinnert, wie wir vor vielen Jahren die Wüste zusammen mit Amos und Matteo besucht haben., die damals noch Kinder waren… Und die Freude hat sich mit der Erinnerung vermischt, derart, dass wir beschlossen haben, baldmöglichst alle zusammen wieder an diesen spektakulären Ort zurückzukehren.
Vor der folgenden Etappe der Tour, war eine Auszeit von vierundzwanzig Stunden vorgesehen (ich enthülle hier ein kleines Geheimnis), die wir dafür vorgesehen hatten, den Oman zu besuchen, eine Nation von außerordentlicher natürlicher Schönheit. In Muskat habe ich im kristallklaren Meer  mein erstes Bad der Saison genommen, aber auch die Gelegenheit wahrgenommen, neue und schöne Freundschaften zu schließen. 
Nach zwölf Jahren konnte ich dann wieder die philippinische Gemeinschaft umarmen, die mich mit ihrer Freundlichkeit überrascht. Ich tauchte ein in das Zentrum einer Megametropole (Manila), chaotisch und doch gastfreundlich, und wurde von einer herzlichen Bevölkerung aufgenommen, die noch ihren christlichen Glauben mit Enthusiasmus und Stolz lebt (etwas, was leider in Europa nicht in solcher Häufigkeit geschieht).
Und noch eine große Hauptstadt des Ostens, noch ein überraschender Empfang. Tokio hat mein Herz erobert, was zu dem festen Vorsatz geführt hat, möglichst bald dorthin zurückzukehren und zum Bedauern, dass der Aufenthalt dieses mal nur so kurz war aufgrund des straffen Terminplans, der mich zum guten Schluss nach Seoul gebracht hat, wo ich – vor wenigen Stunden – bestens die Tour abgeschlossen habe, mit der Euphorie, dass ich bei einem teilnahmsvollen Publikum Emotionen auslösen konnte, aber auch mit dem freudigen Gedanken, das gebe ich zu, das Ende der Tour vor mir zu habe, “den Duft des Zuhause” wahrzunehmen: genau wie meine geliebten Pferde , die, wenn sie von weitem ihren Stall riechen, mit mehr Enthusiasmus galoppieren!  
In Korea erreichte mich ein ’“in bocca al lupo” (italienische Wünsche für ein gutes Gelingen) von der Freundin Sumi Jo… Sie ist in Italien engagiert genau zu der Zeit, in der ich in ihrem Geburtsland singe. Sumi,  die berühmte Sopranistin, die ich gerne bald wiedertreffen werde, wenn ich mit ihr die Bühne anlässlich einer Gelegenheit teilen werde, die ich noch nicht ankündigen kann, die aber bald bekannt gegeben wird. 
Apropos große Künstler, ich möchte gerne meinen Reisegefährten danken: denjenigen, die mich vom Pult dirigiert haben, Zubin Mehta, Carlo Bernini und Eugene Kohn, die Sopranistin Maria Katzarava, die bei jeder Etappe der Tour dabei war, die Popgäste Balqees Fathi, Christine Allado, Sara h Àlainn und Ilaria Della Bidia. Ein besonderer Dank letztendlich an den Flötisten und brüderlichen Freund Andrea Griminelli: trotzdem dass ich ein hoffnungslos schlechter Schüler und nur ein bescheidener Spieler bin, ist die Flöte ein Instrument, das ich liebe, und das ich immer wieder gerne spiele, das ich gerne höre, das ich gerne mit dem Klavier begleite. Nicht nur Andreas Kunst, sondern auch seine Freude am Leben haben jene Momente der Ermüdung erleichtert, die es fatalerweise bei jeder Tour gibt.
Und so befinde ich mich mal wieder über den Wolken, auch ich galoppiere voller Enthusiasmus der Heimat entgegen, mit dem Herzen voller Anerkennung für das Leben und für IHN, der es erschaffen hat, vielen Menschen verpflichtet, die ich getroffen habe und die mir ihre Zeit und ihre geneigtes Gehör geschenkt haben. Genauso wie euch, die ihr die Güte hattet, an diesen meinen neuesten Notizen teilzuhaben, in der Erwartung euch wieder zutreffen: persönlich, um euch die Hand zu schütteln, oder im Theater oder über die Töne einer Platte.
Andrea 

zum Valentinstag 2016
Liebe Freunde, just heute Abend, am Valentinstag, endete die kleine Amerikatour. Wie ich schon auf dieser Seite ganz exklusiv angekündigt hatte, habe ich dem Publikum das Stück Autunno geschenkt, das ich speziell für diese Gelegenheit einstudiert habe, nach meiner Ansicht eine wundervolle Liebespoesie, die zu einer überaus wunderbaren Melodie gesungen wird.
 Euch jedoch vertraue ich die Verse an, die ich am Festtag der Verliebte n g eschrieben und an Veronica gesandt habe. Danke für Eure geduldige Aufmerksamkeit.
 
 San Valentino.
Ich weiß nicht viel über den Heiligen derer, die sich lieben,
ich bin mir jedoch sicher, dass er dort oben im Himmel,
dem Herrn teuer für uns betet, seit dem Tag,
an dem du mir dein Herz geschenkt hast und mich glücklich gemacht hast,
die Art Glück, die niemals vergeht, weil du, schöne Zauberin,
mir gegeben hast, was menschliche Sprache nicht ausdrücken kann.
Du hast mich mit einer Liebe geliebt, ohne viele Worte, kaum geflüstert,
eine Liebe, die wie Dein Bild erscheint,
das Wesen selbst deiner Tage, die du damit verbringst, mir dein Leben zu widmen.
Du bist seit 15 Jahren hier, immer an meiner Seite,
und du liebst mich noch immer und bereust es nicht!
und ich, ich werde deiner Liebe niemals müde!!!
Also, an diesem etwas besonderen Tag,
erreichen Dich, die du mich auf dem Weg begleitest,
auf diesem etwas ungewöhnlichen Weg,
meine guten Wünsche zum Valentinstag.

Forte dei Marmi, den 13. Januar 2016
Liebe Freunde,
der Winter vergibt nichts, nicht einmal, wenn es mild zu sein scheint, wie in diesem Jahr; so geschah es, dass ich heute Morgen aufwachte, völlig stimmlos. Heute ist ein windiger und sehr kalter Tag. Zum Glück, wie üblich, gibt es Musik, um unsere Seele zu heben. Ans Haus gefesselt, habe ich angefangen, im Netz zu surfen, und ich habe ein sehr schönes Stück gefunden, aus der Hand von Bovio und De Curtis. Sein Titel ist "Herbst" und es wurde von vielen außergewöhnlichen Interpreten des vergangenen Jahrhunderts interpretiert: Mario Del Monaco, Giuseppe Di Stefano und Beniamino Gigli, um nur einige zu nennen. Beim Zuhören dieser großartigen Aufnahmen, einige Minuten lang, habe ich alles um mich herum vergessen. Ich habe die Partitur sofort heruntergeladen, und ich habe angefangen, sie auswendig zu lernen. Ich denke daran, es baldmöglichst aufzunehmen, aber auch, es vielleicht live zu singen, vielleicht am Valentinstag für alle diejenigen, die lieben, oder einander lieben, wenn ich eine gute Orchestrierung finde, oder wenn ich eine arrangiert bekomme in der Zeit bis dahin.
'Herbst' ist eine außergewöhnliche Liebeslied, welches das herzzerreißende Gefühl beschreibt, das eine Trennung hervorruft... ein Schmerz, den, ach, ich sehr wohl kenne... Es wird eine große Freude für mich sein, die Schönheit dieser Komposition und die Emotionen, die es vermittelt, mit vielen von Euch zu teilen.
Andrea
  deutsche Übersetzung von Anne-Karin Dersch
italienisches Original hier
 

Andreas Weihnachtsgrüße
Forte dei Marmi, den 23. Dezember 2015
Liebste Freunde überall, auch in diesem Jahr – wie es Gott gefällt - stehen wir wieder kurz vor dem Weihnachtsfest. Allen, die Ihr dies lest, all diejenigen, die die Güte hatten, meinen musikalischen Darbietungen zu lauschen und diejenigen, die sich zusammengetan haben um sich den Herausforderungen der Stiftung zu stellen, die meinen Namen trägt, möchte ich wieder einmal meine echte Dankbarkeit übermitteln und meine aufrichtigen und herzlichen Wünsche für ein frohes Fest... Ein Jahresende voller Liebe und neuer Pläne, in Erwartung des neuen Kalenders: ein besonderes Jahr(das Papst Franziskus nicht zufällig der Barmherzigkeit gewidmet hat) von dem ich mir wünsche, dass es voller Freude, Güte und Glück für euch alle sein wird.
Während ich dem Team, den Freiwilligen und den Unterstützern der Andrea Bocelli Foundation danke (von denen es jetzt schon recht viele auf der ganzen Welt gibt), freue ich mich, Euch mitteilen zu können, dass eine Delegation von Freunden der Stiftung vor kurzer Zeit nach Haiti geflogen ist, um die philanthropischen Projekte mit eigenen Augen zu sehen, die wir dank euch realisieren, ob es sich um Ausbildung oder Gesundheit handelt, in der berechtigten Hoffnung auf eine bessere Zukunft für tausende von Kindern, für die ganze Gemeinschaft.
Zusammen mit Veronica, meinen Kindern und meiner ganzen Familie, möchten wir Euch mit einem Lied ein frohes, friedvolles, wundervolles Weihnachtsfest wünschen: ein kleines Geschenk (Worte, der Musik entsprungen) und euch alles Gute wünschen. Wir haben an “La vita è bella” gedacht, weil es eine freudige Musik ist und eine einfache, aber entscheidende Aussage beinhaltet. Weil das Leben ein wundervolles Geschenk ist, woran man jeden Morgen denken sollte, wenn die Sonne leuchtend an den Himmel zurückkehrt.  
Zudem – ihr werdet mir diese kleine väterliche Schwärmerei erlauben – hat meine kleine Virginia, dreieinhalb Jahre, kürzlich anlässlich einer Fernsehsendung zum neuen Album “Cinema" zum ersten Mal vor Publikum gesungen, als Mitglied des Kinderchors, der dieses fröhliche, zuversichtliche Lied gesungen hat. Frohe Weihnachten!
Andrea Bocelli  (italienischer Originaltext hier)

 

Forte Dei Marmi, den 18.11.2015
Es sind schwierige Tage, voller Spannungen und Sorgen, auch auch voller Vorsätze. In diesem Klima habe ich mich dazu entschlossen ein TV Interview zu meinem spirituellen Weg, jenen Weg, der mich dahin gebracht hat, an denjenigen zu glauben, der die Welt erschaffen hat. Ich weiss aus persönlicher Erfahrung, das dieses Vertrauen, diese Überzeugung, die aus der Vernunft entstanden ist, sogar eher banal sich recht schnell in Hoffnung, Gelassenheit und Wohlbefinden offenbart. Ich habe das gesagt, was ich denke, was ich empfinde ohne Reue und ohne Entschuldigung. Am Ende der Sendung habe ich viele Dankesmitteilungen erhalten, die mich glücklich gemacht haben. Manchmal fehlt wirklich wenig um eine Seele wieder zu erhellen. Während ich sprach lächelten meine Söhne vorm Fernseher, als sie mich zum x-ten Mal über Dinge reden hörten, über die ich oft am Tisch spreche, wenn ihr jugendlicher Heißhunger sie dazu zwingt, mir zuzuhören e meine beharrliche Gesprächigkeit sie auf die Dauer dahin gebracht hat, mich Möchte-gern-Prediger zu nennen. Lacht nur auf meine Kosten, ich bin zufrieden, sie überzeugt zu haben, dass das Leben ein Geschenk ist, ein einzigartiges Erlebnis und unwiederbringlich, von dem man besser nicht einen einzigen Augenblick vergeudet. Bei der Sendung war auch mein lieber Freund Don Davide Banzato anwesend, der Nuovi Orizzonti repräsentierte, eines von vielen Aufnahmezentren, die von Chiara Amirante gegründet wurden, der ich euch auf das Wärmste empfehle zu folgen, zumindest über das Internet. Insgesamt bini ch sehr zufrieden mit diesem Tag, den ich komplett zuhause verbracht habe, wie ich es nur selten vergönnte ist. In ein paar Stunden breche ich nach Neapel auf, von dort nach Europa, bevor ich zum x-ten Mal über den Atlantik fliegen werde, diesmal nach New York, wo ich am 1. Dezember ankommen werde. Ich weiß, dass viele, sehr viele Menschen darauf warten, meine Stimme zu hören. Ich hoffe, dass ich mein Bestes geben kann, viele Hände schütteln und mit Gesang voller Leidenschaft, der bisher alle meine Interpretationen ausgezeichnet hat, für die Anwesenheit, die erbrachten Opfer zu entschädigen. Meinen aufrichtigen Dank an all diejenigen, die diese Seite lesen, auf die ich mir vornehme bald wieder zu schreiben. (deutsche Übersetzung von R. Bausch,(italienischer Originaltext hier)
 
 Anmerkung: Andrea bezieht sich auf die Sendung La Strada dei Miracoli, die am 17. November vom italiensichen Sender RETE 4 ausgestrahlt wurden: online hier )  

 

Forte dei Marmi, den 24.4.15
Liebes Tagebuch,
ich bin wieder einmal auf dem Sprung, diesmal nach Asien, viele Stunden Flug, und dann zurück nach Italien, gerade rechtzeitig für das große Eröffnungskonzert der Expo in Mailand.
Es ist eine Zeit sehr intensiver Arbeit: vor wenigen Tagen beendete ich die Aufzeichnung von Aida, die in Florenz vom 11. bis 15. unter der Leitung von Maestro Zubin Mehta stattfand.
 Dann kehrte ich nach Hause zurück, um die Aufnahme eines Albums zu beenden, das, wie ich finde, wirklich außergewöhnlich ist, vor allem wegen der Auswahl der Songs, zum anderen wegen der Schönheit der Arrangements, und nicht zuletzt wegen der technischen Qualität der Aufnahmen, die immer präziser und technisch fortgeschrittener werden.
Ich möchte dem Himmel dafür danken, dass die Musik nach wie vor mein Leben erfüllt.
Liebes Tagebuch und Ihr Lieben, die Ihr die Güte habt, diese wenigen Zeilen zu lesen, ich weiß ich sollte gescholten werden wegen meiner Unstetigkeit, aber ich verspreche Euch, dass ich mich sehr bald wieder melden werde, vielleicht gleich nach dem Ereignis am 30., das zu meiner Beruhigung weltweit übertragen wird, um Euch zu erzählen, was nicht im Fernsehen wahrgenommen werden kann.
Bevor ich Dich, liebes Tagebuch, verlasse, möchte ich Dir noch erzählen, dass mich in den letzten Tagen heftige Halsschmerzen geplagt haben und dass fast alle in der Familie davon betroffen sind. Puh!
Die trockene Luft im Flugzeug wird mir sicher nicht helfen, aber es gibt wenig zu tun: in ein paar Stunden werden wir los fahren und nach der Ankunft werden wir sehen.
Ich verlasse Euch mit dem Versprechen, sehr bald hierher zurück zu kommen, um Euch einiges mehr über die Lieder auf dem Album zu erzählen, das ich gerade beendet habe. Ich bin sicher, es wird eine echte Überraschung auch für diejenigen, die meine Stimme gut kennen, weil ich etwas gewagt habe und ich habe es gern getan, meinen Beitrag zu Meisterstücken zu leisten, sie zu bewältigen, wäre bis vor einiger Zeit undenkbar für mich gewesen.
Bis bald
Andrea

Übersetzung Anne Karin Dersch


 

Haiti, Ostern 2015 
Haiti, Ostern 2015, foto Luca Rosetti für Almud srl.
 Liebste Freunde,
ich komme zurück, nach langer, zu langer Zeit, um Frohe Ostern zu wünschen, aber ich mache dies mit einem besonderen Antrieb, der auf dem höchst menschlichen Erlebnis beruht, das ich gerade in diesen Tagen auf Haiti hatte.
 
Das was ich dort gesehen und erlebt habe, kann man nicht beschreiben und ich verzichte darauf, dies zu tun. Es gibt dort verlassene Kinder, die nichts zu essen haben, nichts zu trinken, die keinen Fetzen zum anziehen haben, die niemanden haben, der sie in den Arm nimmt, oder der ihnen Hoffnung gibt. Es gibt dort auch Männer und Frauen, die ziellos unter der Sonne umhergehen, nur mit dem einen Ziel, bis zum Abend durchzukommen und sagen zu können, dass sie den Hunger überlebt haben, den Durst, die Krankheiten aller Art, die zumeist auf dem völligen Fehlen von Hygiene und Nahrung beruhen. 
 
 In Haiti habe ich alles Schlechte und alles Gute gesehen, zu dem ein Mensch fähig ist. Das Schlechte, hervorgerufen von der Korruption, der Illegalität, von der unaussprechlichen Boshaftigkeit einiger, vom Egoismus und der Gleichgültigkeit derjenigen, die etwas tun könnten und nichts tun. Und das Gute, das aus den unermüdlichen Händen der wenigen entspringt, die ihr eigenes Leben dem nächsten widmen, und die dies vierundzwanzig Stunden am Tag mit einer Freude und Energie tun, die offensichtlich ihren Ursprung woanders haben müssen.
 
Unter diesen wenigen fällt die gigantische und charismatische Erscheinung des Padre Rick auf, der mit einer Gruppe junger Menschen, die er selbst im Waisenhaus von Kenskoff vor etwa 30 Jahren großgezogen hat und der immer noch jeden Tag Wunder vollbringt, indem er Hoffnung bringt, materielle Hilfe, Medikamente, Brüderlichkeit und vieles andere mehr, dorthin, wo jeder andere Mühe hätte, länger als einen Tag zu überleben.
Mit dieser Gruppe unglaublicher Menschen arbeitet das Team meiner Stiftung (Andrea Bocelli Fondazione) täglich wie in einer großen Familie zusammen, die sich zum Teil auf der anderen Seite des Ozeans anstrengt, dem haitianischen Volk die Möglichkeit zu einem würdevollen Leben mit Blick auf die Zukunft zu geben.
 
Das Gute steht zum Schlechten wie das Erschaffen zum Zerstören, deshalb erfolgt der Kampf nicht mit gleichen Waffen, aber es wäre nicht recht aufzugeben, dies für die Würde eines jeden einzelnen, der wie ich im Wohlstand lebt und danach strebt in Frieden zu leben, mit dem Bewusstsein in seiner Welt, im Schoss der eigenen Familie, in einem Land, das sicher auch nicht frei von Problemen und durchaus auch schweren, jedoch in der Lage ist, allen ein wenig Würde und Hoffung zu geben.
 
Padre Rick lächelt und bittet uns an seinen äußerst mutigen Kampf zu glauben und ich fühle, dass ich seinen Optimismus teilen muss. Vor einem solchen bedeutenden Lebensbeispiel, einem Helden unserer Tage kann ich nicht anders als mich zu verbeugen und Hilfe zu versprechen. Padre Rick versichert uns, dass es konkrete Hoffnung gibt und ich glaube ihm, denn er ist ein Mensch, der weiter sieht, der mit den unfehlbaren Augen desjenigen sieht, der jeden Tag in erster Linie kämpft, der lächelt und glücklich ist.
 
 Ostern lehrt uns, dass das Gute immer über das Böse gewinnt, auch wenn alles verloren scheint - auf dass es daher ein frohes Osterfest voller Hoffnung für euch alle sei.
 
Ich werde es auf etwas unübliche Art verbringen, zehntausend Meter über dem Atlantischen Ozean auf dem Weg nach Hause.  
 
In Italien erwartet mich die Aufnahme der Aida mit Maestro Metha und dann wieder ein Aufbruch, eine Reise nach Asien.
 
Ich weiß, dass mir viele von Euch nah sind und das gibt mir große Kraft.
 
  Frohe Ostern Euch allen, die ich persönlich auf meinem Weg zu treffen hoffe, vielleicht nur für einen kurzen Händedruck, der jedoch zumindest für mich immer viel bedeutet.
 
    Andrea Bocelli

italienisches Original hier

Forte dei Marmi - Miami, den 11. Februar 2015
Liebes Tagebuch,
ich komme mal wieder auf dich zurück, während ich mich hoch über den Wolken befinde, eingelullt vom andauernden Geräusch des Flugzeugs: ein Dröhnen, das regelmäßig meine Reisen um die Welt begleitet bei dieser merkwürdigen Art der schnellen Fortbewegung, die mein Schicksal ist und nach der ich scheinbar süchtig bin (aber die mich, wenn ich darüber nachdenke, immer noch erschaudern lässt).
Liebes Tagebuch, ich weiß, dass mir jemand zuhört - freundschaftlich und geduldig – und mittels weißer Seiten das aufnimmt, was mir so flüchtig in den Sinn kommt, meine Vertraulichkeiten. Es ist daher ein Freund, eine Freundin zu dem oder der ich still spreche, während ich in wenigen Stunden wieder in Miami in Florida sein werde, wo ich drei Konzerte geben werde, alle hintereinander unter dem Zeichen des Valentinstags.
Auch bei edleren Festen, und sogar heiligeren können unter der Kommerzialisierung die Gefühle untergehen, unter der Logik des Kommerzes, der dazu neigt, deren wahre Bedeutung zu verschleiern. Dessen ungeachtet glaube ich fest an den ethischen Nutzen dieses schönen Brauchs.
Nach unserem inneren Kalender ist der Valentinstag der Geburtstag der Liebe. Der Valentinstag ist ein Ritus, ein Gedanke, der sich in einer Geste manifestiert: es ist an jedem selbst, diese Geste mit Sinn zu erfüllen und wirklich die Liebe zu feiern, den Antrieb der Welt, dieses mysteriöse und wundervolle Geschenk des Lebens zu ehren (weil, wie es jemand sagte, man nur in der Zeit lebt, in der man liebt).
Während ich mich auf dieses Fest vorbereite, findet der Optimismus neuen Sauerstoff, denn die Liebe ist unsere innerste Natur, es gibt keine verschwendete Liebe, und es ist vielmehr ein süße und unverzichtbare Pflicht, eben diesen Quell in uns zu hegen, der uns unsere Schritte auf noch so hartem Boden leicht macht.
Die Liebe verströmt sich, genau wie die Schwingung eines Tons und sie ist ansteckend: daran denke ich, wenn ich mit meinen bescheidenen Möglichkeiten und dabei viele Schwächen  überspielend auf eine Bühne steige, in der stillen Hoffnung, dass ich das meine tun werde… mit dem Willen mich – wie jeder es nach seinen Möglichkeiten kann – in den Dienst der Liebe zu stellen, weil wir selbst der Spiegel jener göttlichen und höchsten Liebe sind, die uns erschaffen hat.
Die Liebe hat viele Facetten: außer der Liebe zu seinen Partner, kann man seine nächsten Angehörigen lieben, seine engen Freunde und seine Brüder überall auf der Welt. Es ist kein Zufall, dass das Jahr 2015 vom Heiligen Vater zum Jahr der Familie ernannt worden ist. Ja sicher, auch innerhalb der Familie kann die Liebe ihre außerordentliche Macht ausüben.
Dem Aufruf  von Papst Franziskus folgend, liebes Tagebuch, möchte ich einer besonderen Art der Gemeinschaft gedenken, jener bestehend aus vielen Kindern, die nach dem Willen des Schicksal ohne Eltern sind, Kinder, die ihre Familie in einem Waisenhaus gefunden haben.
 Ihr Leben ist sicherlich kein leichtes, weder in materieller, noch in gefühlsmäßiger Hinsicht, jedoch ich denke voller Freude an diejenigen Kinder, die in ihrem Unglück, anscheinend allein zu bleiben, das Glück hatten, auf ihrem Weg viele Priester, Schwestern und Laien getroffen zu haben, die sich ihrer angenommen haben und ihnen eine neue erweiterte Familie geboten haben…
Am Valentinstag wandern meine Gedanken zu den vielen namenlosen Engeln, die den Kindern ein Heim und ihre Liebe gegeben haben, mein Dank geht auch an einen Engel, dessen Namen ich kenne, weil ich die Ehre habe, ihn zu kennengelernt zu haben und immer wieder einmal zu treffen: Padre Rick Frechette, der Haiti die Wärme, Zuneigung, Aufmerksamkeit und Führung eines Vaters gewidmet hat und Hunderten von Kindern eine Familie gegeben hat.
Mit diesem Bild im Herzen, liebes Tagebuch, werde ich in Kürze landen und wieder einmal auf die Bühne steigen und mir die Musik zum Mitstreiter machen um denjenigen, die mir ihre Aufmerksamkeit widmen, „Alles Gute zum Valentinstag!“ zu wünschen.
Andrea Bocelli
 

Miami, den 25. Dezember 2014
Liebes Tagebuch,
ich wende mich einer deinen noch weißen Seiten zu, bin wieder da, um bei dir Gehör zu finden. Dir, der du vertraulich diskret zuzuhören und weiterzugeben weißt, hoffe ich in Anbetracht des heiligen Weihnachtsfestes, dem schönsten Tag des Jahres mein derzeitiges Befinden vermitteln und einige Gedanken anvertrauen zu können.
Es ist einer der vielen wertvollen Dinge, die mich meine Eltern gelehrt haben, und die ich in die Tat umsetze, seit ich noch kurze Hosen trug: Am Abend, jeden Abend,  in Ruhe in meinem Zimmer, ist außer für ein Gebet die Zeit gekommen, über den vergangenen Tag noch einmal Bilanz zu ziehen. Ich lasse ihn noch einmal an mir vorbeiziehen, denke darüber nach, was ich gelernt habe, über Ziele, aber auch Fehltritte, nicht Ungewöhnliches. Es ist meine Art, das Erlebte zu bewerten, es zu bewahren, das Bestreben, den größtmöglichen Nutzen aus begangenen Fehlern zu schöpfen, aber auch denjenigen einen dankbaren Gedanken zu widmen, die mir Freundschaft und Wohlwollen entgegengebracht haben, und auch um zu planen, manches am nächsten Tag besser zu machen, konstruktiver und gelassener.  
Nach und nach wurden aus Tagen Monate und aus den Monaten Jahre. Und doch ist dies Vorgehen mir auch heute noch wichtig, es ist eine gute Angewohnheit, die sich im Laufe der Zeit als angenehm und nützlich erwiesen hat, auch noch, wenn ein voller Terminkalender zu bewältigen ist.  
Heute lege ich mich nicht mehr in jenem Kinderbett meines Geburtsorts, umgeben von den nächtlichen Geräuschen der ländlichen Toskana nieder (Geräusche, die ich sehr liebe, bestätigen sie doch ein pralles und mysteriöses Leben, das um uns herum braust während wir schlafen), sondern zumeist in einem Hotelzimmer, wo ich mich besinnen muss, in welchem Teil der Welt ich mich gerade befinde, um Bilanz zu ziehen, zu planen, die Fehler zu bewerten und Gott zu danken.  Ihm zu danken, für all das, was – zumeist unverdient – das Leben mir geschenkt hat, für die wundervolle Familie, die mich umgibt, und für euch alle, die ihr mir mit Wohlwollen folgt und jene Kunst anerkennt, die ich beharrlich versuche mit den spärlichen Mitteln, über die ich verfüge, zu zelebrieren. 
Das Jahr, das sich nun dem Ende zuneigt, war voller Ereignisse und Veränderungen. Mir wird schwindelig, wenn ich daran denke, dass zum Beispiel Amos, mein ältester Sohn, schon an der Universität studiert um Flugingenieur zu werden. Und genauso schwindelig wird mir, wenn ich daran denke, dass unsere kleine Virginia ihrerseits mit dem Lernen begonnen hat, als sie ihren ersten Tag im Kindergarten erlebte... während Matteo, Gymnasiast, gerade in jenem wunderbaren und vielschichtigen Tumult eines sich entfaltenden Lebens steckt, dem die Zukunft noch offenbaren muss, welcher Weg „der Seine“ sein wird.  
Es ist eine große Freude, liebes Tagebuch, wenn man sich bewusst wird, dass die Überlegungen und Ratschläge, die man den eigenen Kindern gibt, nicht umsonst gewesen sind... Wenn man sich den eigenen Kindern mit Liebe zuwendet, an ihr Bestes denkt, sind es niemals „Worte in den Wind”, auch wenn sie streng und im Moment unpopulär sind, und offenbar ungehört verhallen. Es kommt immer der Tag, an dem ein Vater erntet, was er gesät hat... Es ist dieses süße Gefühl, das sich zumeist an  jenen Festtagen neu entfaltet, wenn der Balsam der Intimität der Familie jede Mühe belohnt und jedes elterliche Opfer. 
Aber ich schulde nicht nur meiner Familie und dem Kreis der Freunde und Mitarbeiter Anerkennung und Zuneigung, mit denen ich mein tägliches Leben teile, jedem Menschen, der beschlossen hat, Zeit darin zu investieren, mir zuzuhören, indem er meine Platten hört, oder zu meinen Konzerten kommt, ist mir ein Freund, an den ich dankbar und liebevoll denke. Jeder Brief, den ich erhalte (und jeder ohne Ausnahme, erreicht mich umgehend und wird gelesen, und auf viele antworte ich persönlich) ist mir eine besondere Ermunterung und geistige Bereicherung. Jedes gute Wort ist mehr wert als die großartigste Auszeichnung, jede Ermutigung bestärkt mich und spornt mich an mich zu verbessern und selbst alles zu geben, auf der Bühne und bei jeder Gelegenheit versuche ich positive Werte zu vermitteln und ein wenig Optimismus und wenn möglich Gelassenheit. 
Das Jahr, das wir nun verabschieden, hat mich wieder einmal in viele Länder gebracht und hat mich auf Dutzende Bühnen steigen lassen, wobei mir immer etwas Neues zuteil wurde. Das Jahr 2014 war unter anderem das erste Jahr der italienischen Celebrity Fight Night, einer philanthropischen Veranstaltung, die einen rauschenden Erfolg hatte, und die wir erneut im kommenden September sowohl in Florenz als auch in Rom präsentieren werden, letzterem einem Ort, der mir und vielen in der ganzen Welt am Herzen liegt, da er den Schwerpunkt der Christenheit bildet.
Das Jahr 2014 hat sich als ein Jahr großer Entwicklungen und vieler Herausforderungen auch für die Stiftung, die meinen Namen trägt, entpuppt…Jene gerade in New York verbrachte Woche war angefüllt mit vielen wichtigen Treffen,  die wir bestmöglich zu nutzen gedenken: denn es sind viele, die auf mich und diese Struktur vertrauen, Vertrauen, das ich jeden Tag suche zu verdienen.
Vor einigen Tagen, im Verlauf eines Gesprächs, das wir  am Sitz der Vereinten Nazionen führten, erinnerten Veronica und ich uns daran (vor allem uns selbst), dass Weihnachten nicht nur am 25. Dezember, sondern jeden Tag des Jahres ist, und dass sein Geist uns alle leiten muss, damit wir unsere Geschwister nicht vergessen, die nicht soviel Glück haben... Wir erinnerten uns an die außerordentliche Arbeit, die ein besonderer Mensch in Haiti mit seinem Team verrichtet, von dem die Andrea Bocelli Foundation ein Teil ist: Padre Rick Frechette, Priester und Arzt, der das einzige kostenfreie Kinderkrankenhaus der Insel gegründet hat, das St. Damien, ein Krankenhaus, das jetzt aufs Dringlichste unterstützt werden muss, weil es nach dem Erdbeben gezwungen war,  die Hilfe zu vervierfachen, es nahm seither nicht nur 20.000, sondern 80.000 Kinder im Jahr auf. 
Mit dieser Absicht, diesem Willen jenen “Geist der Weihnacht” zu verbreiten, den wir in diesen Tagen verspüren, gehen wir auf das kommende Jahr zu.
Ich werde 2015 in den Vereinigten Staaten begrüßen, aber in dauerndem Kontakt mit meinem geliebten Italien verbleiben, meinem Heimatland, das ich immer im Herzen trage, und das mir soviel Zuneigung, so viele liebe Menschen bewahrt. Und in Italien werde ich am kommenden 30. April anlässlich der Eröffnungszeremonie der EXPO sein – und ich  werde ich wieder einmal die Ehre haben, Italien zu repräsentieren -, wenn die Aufmerksamkeit der ganzen Welt sich auf Mailand und die ganze Halbinsel richten wird.
Dem Himmel sei Dank, liebes Tagebuch, dass die neuesten Technologien es erlauben, die Entfernungen zu überbrücken. Gerade so, dass Oma Edi aus Lajatico vom anderen Teil des Planeten ihrer Enkelin beim Spielen zusehen kann, wie sie mit ihren kleinen amerikanischen Freunden im Pool badet.
Auch mit diesem Tagebuch, das mir zuhört, wird mir die schöne Möglichkeit gegeben, meinen herzlichsten Dank viele Menschen nah und fern erreichen zu lassen.
An alle, die an diesem lebendigen Prozess mitgewirkt haben, der die Fondazione  ist (vom Präsidenten bis zum Neuling), an all diejenigen, die ich die Freude hatte, wenn nicht persönlich, so dann doch mittels meiner Stimme virtuell an meiner Seite zu haben, richte ich meine Wünsche für wundervolle Festtage!
Andrea  
 

 

Forte dei Marmi, den 3. Dezember 2014
 
Liebes Tagebuch,
Wie sehr habe ich dich vernachlässigt! Du weißt jedoch, dass ich nicht anfange, deine Seiten für wenig oder nichts voll zu schmieren. Du wurdest nicht für meine Alltäglichkeiten ins Leben gerufen, sondern für all das, was mir einer Beachtung wert zu sein scheint.
 Also bin ich diesmal hier, um dir ein kleines Geständnis zu machen: du weißt, dass es eine feine Sache sein kann, eine gerade herausgekommene CD zu kaufen. 
 Aufgrund meiner sprichwörtlichen Faulheit, bin ich  bisher noch nicht dazu gekommen, mir meine letzten beiden Werke zu kaufen, die schon vor gut zwei Monaten veröffentlicht wurden.  
 Am Ende habe ich dann beschlossen, einen Plattenladen in Viareggio aufzusuchen, ein wenig beschämt - wie ich annehme - verständlicherweise.
 Ich bin wieder ins Auto gestiegen und habe sofort die CD eingeschoben, dann habe ich, mit ehrlich gesagt mäßigem Enthusiasmus, angefangen die Aufnahme von Manon Lescaut anzuhören. 
Selten ist es mir passiert, dass ich eine derart starke Emotion bei einer Aufnahme verspürt habe, an der ich selbst teilgenommen hatte, wie diesmal, ich muss zugeben, dass ich wirklich berührt war.
 Bitte denke nicht gleich Schlechtes von mir: ein Narzisst der übelsten Sorte! Ich spreche weder von meiner Stimme, noch von meiner Interpretation der Rolle! Ich spreche von dem Endergebnis, das dabei herausgekommen ist, der Konjugation von Schönheit, der Kraft der Komposition, mit der außergewöhnlichen Qualität der Aufnahme aus rein technischer Sicht.
  Neue Geräte, erschaffen um die Aufnahmequalität zu verbessern, der digitale Klang machen wirklich einen Unterschied. Ich glaube auch sagen zu können, dass meine eigene Stimme noch näher an der Wirklichkeit ist.  
 Keine Sorge, Tagebuch, ich werde nicht so schnell alt: ich war nicht gerührt, ich hatte keine besonderen Reaktionen gezeigt. Ich war nicht allein im Auto, stell dir vor, ich hätte mich dergestalt gehen lassen! Aber ich war beeindruckt von der Reaktion desjenigen, der bei mir war und der zudem mit Autofahren beschäftigt war.  Dieser sehr gute Freund schert sich nicht um Musik und macht im Leben etwas ganz anderes, aber nach einigen Minuten des Zuhörens entwichen ihm in durchaus lebhafte Ausrufe, die seiner vollen Bewunderung Ausdruck gaben.
«Aber wie habt ihr denn diese Platte gemacht?»! sagte er am Ende.
«Wie alle anderen», antwortete ich lächelnd und fügte hinzu: «mit ein bisschen mehr neuester Technologie zusätzlich, und nichts weiter!» .
Darüber hinaus, war es schön zu denken, dass ich die CD Manon Lescaut mit meiner Stimme in der Rolle des Des Grieux nur wenige Kilometer entfernt von dem Ort gekauft habe, wo Maestro Puccini gelebt hat und fast alle seine Meisterwerke komponiert hat.
Oh, wieviel habe ich dem Leben zu verdanken, diesem Leben so voller Engagements, Reisen, Mühen, Studien, Verzicht, was ich aber sofort vergesse, sobald es mir Momente wie diesen schenkt und dann die Zuneigung des Publikums, diesem schier unendlichen Publikum, wie ich es in jeder Ecken der Welt vorfinde, oder in Lajatico, meinem Heimatort treffe, wenn es von überall her zum jährlichen Konzert im Teatro del Silenzio kommt, nun schon zum zehnten Mal.
 Bei dieser Gelegenheit möchte ich von Herzen Maestro Domingo danken, der uns so meisterhaft dirigiert hat, Anna Maria, die sich hierbei wieder als außerordentliche Sängerin und liebe Freundin offenbart hat, allen anderen Kollegen, die mir zur Seite standen, jeder hat sein Bestes gegeben…
 Ein besonderer Dank geht an Eugene Kohn und an Carlo Bernini, die mir geduldig dabei geholfen haben, dieses wundervolle Ergebnis zu erreichen, und an Virginio Fedeli, dem es, ich wage zu sagen, wundersamerweise gelungen ist, all dies auf das Beste zu organisieren…
 Ich muss auch Veronica danken, die mich vom ersten Tag der Studien an unterstützt und ermutigt hat,  und meinen drei Kindern, die monatelang meine Proben anhören mussten, zunächst die langen Stunden des Einstudierens und dann die Perfektionierung.  
 Es gibt Momente, in denen eine Rolle, wie die, der sich der Tenor bei Manon stellen muss, ein unerreichbarer Gipfel zu sein scheint. Dann, wie durch Zauberei, wird alles vertraut, ich würde sagen, jede Note fast wie ein Freund. So haben wir es auch dieses Mal alle zusammen wieder geschafft. 
 Ich hoffe, dass dies mein jüngstes Werk Gefallen finden wird und in viele Häuser solch gute Gefühle bringen wird, wie es bei mir vor vielen Jahren geschehen ist, als die erste Platte  von Manon Lescaut ihren Einzug in mein Haus gehalten hat… wie viele Tränen ließ sie mich vergießen…  

Forte dei Marmi, den 8. September 2014 
 italienisches Original hier

 

Forte dei Marmi, den 28. August 2014 
  italienisches Original hier
 

 

Forte dei Marmi, den 15. August 2014
Gestern habe ich einen außergewöhnlichen Menschen kennengelernt: Gillo Dorfles, einen hoch geschätzten Intellektuellen des 20. Jahrhunderts, von dem ich vor Jahren ein sehr interessantes Buch mit dem Titel: "Dal significato alle scelte" gelesen habe.
  Gillo ist jetzt 104 Jahre alt, was ihm blendend bekommt.  Trotz des hohen Alters fährt er noch Auto, spielt Klavier und vor allem: er betrachtet das Leben mit einer fast jugendlichen Begeisterung, um die ich ihn mit aller Achtung sehr beneide.
  Seine unglaubliche Vitalität ist eine Ohrfeige für meine Faulheit und Trägheit.
  Er empfing uns mit Wärme, hörte uns zu, sprach mit erstaunlicher Klarheit zu uns, und als ich mich an seinen Flügel gesetzt habe und die Arie "Donna non vidi mai" aus Manon Lescaut angestimmt habe, stellte er sich neben das Instrument, aufmerksam und geradezu bewegt.
Am Ende hat er mir sogar gedankt und hat dies mit einer Leidenschaft getan, dich mich wirklich beschämt hat. Man muss dazu sagen, dass er lange im Haus von Arturo Toscanini gelebt hat, und wer weiß, wieviele berühmte und bedeutende Sänger er dort „live“ hören konnte!!!
  Wie seltsam das Leben ist: dieser Mann verbrachte in Lajatico, in meinem Heimatort, seine Ferien seit mehr als fünfzig Jahren, seit sein Vater dort ein Haus gekauft hatte und ich bin ihm niemals begegnet!!!
  Aber was dachte ich mir nur dabei, als ich noch dort lebte, und was habe ich mir bis heute dabei gedacht, dass ich nicht sofort, da ich tausend Gelegenheiten hatte, zu ihm gegangen bin, um ihm zuzuhören und viele Dinge über ein Jahrhundert zu lernen, das nun schon einige Zeit vorbei ist, und das uns eine beeindruckende Menge von Problemen hinterlassen hat, von denen man den Ursprung kennen müsste, um auf eine rasche Lösung zu hoffen.
  Wie seltsam das Leben ist! Der frühere Eigentümer des Hauses, das heute Gillo gehört, hieß Faliero Bocelli, ein entfernter Verwandter von meinem Großvater!!!
  Die Intelligenz und die Zeit üben auf jeden eine unwiderstehliche Faszination aus: Gillo, mit seiner außerordentlichen Intelligenz, scheint einen Weg gefunden zu haben, die Zeit anzuhalten, und von der Erhabenheit seiner einhundertvier Jahre, aufrecht und stark wie eine Eiche und immer noch entschlossen dabei, die Welt zu verstehen, stellt er zumindest für mich ein Vorbild dar, wie man mit Elan dieses wundervolle Abenteuer erleben kann, das das Leben ist.
  italienisches Original hier

 

Forte dei Marmi, den 13. August 2014 
 Liebste Freunde,
einige unter Euch mögen sich fragen, wozu ein “Diario” – ein Tagebuch - auf der neuen Seite gut sein soll, wenn niemand in dieses Tagebuch schreibt!...
  Dieses Diario wird keine egozentrischen Erzählungen über meine einzelnen Tage werden, meine Reisen oder mein Privatleben im engeren Sinne. Das wäre das langweiligste, was ich euch bieten könnte, in Hinblick darauf, dass ich meine Freizeit auf die normalste Art verbringe, die man sich vorstellen kann.
  Dieses Diario wird vielmehr das Medium sein, von dem ich mir erhoffe, dass ich dadurch mit euch meine Gedanken, Empfindungen, Überlegungen teilen kann, all das im Grunde, damit es uns einander ein wenig näher bringen kann.
  In der Welt, in der wir leben dominieren die Bilder, durch Bilder sendet und empfängt man Mitteilungen. Allmählich verliert man dann jedoch die Fähigkeit sich mit Worten auszudrücken, und – das ist das Schlimme – man verliert die Fähigkeit der Stille zu lauschen.
   Dieses Diario, das natürlich aus Worten besteht, stellt, zumindest für mich, eine außergewöhnliche Möglichkeit der Kommunikation mit jedem von euch dar, bevor sich bei einem Konzert oder einer anderen guten Gelegenheit die Möglichkeit ergäbe, sich persönlich kennenzulernen.
   Einige von euch mögen sich daran erinnern, dass ich früher schon einmal angefangen habe, einige Gedanken auf die Seite hochzuladen. Es schien mir damals, und so denke ich heute immer noch, eine guter Anstoß, den ich mit diesem Diario wieder aufnehmen will, in der Hoffnung, dass dies euer Gefallen finden wird.
  Einen lieben Gruß an alle.
Andrea Bocelli
italienisches Original hier  

 

Forte dei Marmi, den 1. August 2014
Liebste Freunde nah und fern,
In einigen Tagen wird eine neue Version meiner Seite www.andreabocelli.com hochgeladen. Ich hoffe sie wird Eure Zustimmung erlangen und sie wird das Gefühl von Dankbarkeit und Freundschaft, das mich mit euch verbindet, noch verstärken.
Aus diesem Grunde habe ich darum gebeten, dass eine Neuerung eingeführt wird: Eine Überraschung, die euch hoffentlich gefallen wird, ein Bereich, in dem ich die Möglichkeit habe, euch direkt zu schreiben, ungefiltert, unvermittelt. Ein sehr direkter Weg mich denjenigen näher zu fühlen, die mir seit Jahren folgen und mir Kraft geben, wie ihr es von Anfang an getan habt und immer noch tut. Es wird eine Möglichkeit sein, euch zu danken und meine tiefste Dankbarkeit zu zeigen.
 Auf diese Weise werdet ihr die Gedanken, Empfindungen, Ideen und Gefühle und alles, was ich euch bisher nicht mitteilen konnte, direkt erfahren. Es wird sein, als ob ich jedem von euch die Hand schüttele und in meinem Haus willkommen heiße, wo ich jeden Tag alles mir Mögliche tue, damit unsere musikalischen Zusammenkünfte zu den intensivsten Momenten werden, die machbar sind.  Dank für eure Zuneigung, eure Wertschätzung und jene Dankbarkeit, die ich Tag für Tag, nach jedem Konzert mit Freude in euren Mitteilungen entdecke.
Eine Umarmung und bis bald.
Andrea Bocelli  
 
italienisches Original hier

Lajatico, den 26. Juli 2014
Es ist mitten in der Nacht und ich befinde mich hier in der Stille meines Zimmers und lasse meine Gedanken ohne Beschränkung von Raum und Zeit zu den Momenten schweifen, denen ich für immer in meinem Gedächtnis einen Platz geben möchte, so dass ich sie werde abrufen können, wann immer sie mein Herz erfüllen sollen.
Und so mache ich meinen kleinen Computer an und schreibe.
Ich wende mich mit diesen wenigen Zeilen an all diejenigen aus aller Welt, die am Samstag, den 19. und Sonntag, den 20. Juli mein kleines Dorf in einen fantastischen Ort verwandelt habe, an dem, wie in einer wunderbaren Utopie, die unterschiedlichsten Menschen zusammenlebten, die sich zunächst auf den Straßen des kleinen Ortes, dann in den wenigen öffentlichen Lokalen trafen, sich mit Gesten oder mittels teils holprigem Englisch wie dem meinen, oder in ganz verschieden Sprachen unterhielten, die lachten, sich die Hände gaben, die sich nach einem Jahr erstmals wieder trafen und dann Arm in Arm zusammen wieder die frische Landluft einatmeten, und noch mehr die für uns alle fast surreale Atmosphäre des Teatro del Silenzio, vom Sonnenuntergang bis zur letzten Note des Konzertes, bevor sich die Stille dieses wieder Ortes bemächtigt.
Dank an euch alle, die ihr dies möglich gemacht habt!
Dank an euch, die ihr wieder einmal an diese Idee geglaubt habt, die so verrückt wie faszinierend ist, so unglaublich wie wahr, so tollkühn, wie wirkungsvoll...
Dank an euch, die ihr mit eurer Gegenwart den Ort beehrt habt, an dem ich geboren und aufgewachsen bin, und zu dem es mich so oft wie nur möglich immer wieder hin zieht, wo meine Wurzeln sind, wo man mit meinem Akzent spricht, mit dem Akzent meines Vaters und vielen, die wie er mir geholfen haben, aufzuwachsen und die schon von uns gegangen sind. Mir gefällt es, sie mir so vorzustellen: Sie sind alle zusammen und bilden ein weiteres Publikum, ein Publikum, das uns lächelnd beobachtet und aus vollem Herzen diesem Zusammentreffen von Menschen applaudiert, das von Jahr zu Jahr immer mehr zu einem Treffen Gleichgesinnter wird.
Es gefällt mir, mir vorzustellen, ich hätte euch alle zu mir nach Hause eingeladen, mit meiner bescheidenen Stimme, und dass ihr euch, kaum angekommen, sofort in unsere grünen Hügel verliebt habt, in unsere Kirchtürme, unsere kleinen Dörfer, die soviel Geschichte verströmen...
Ich weiß, welche Opfer jeder von euch erbracht hat, um da oben in Lajatico zu kommen und ich weiß auch eins zu eins von den Dingen, die hätten besser laufen können und müssen, aber nichts ist vollkommen in dieser Welt, man stelle sich vor, wie dies gerade bei einem Event sein könnte, dass so völlig aus dem Rahmen fällt.
Im Herzen trage ich den Chor eurer Stimmen, das überwältigende Tosen eures Applauses, euren Händedruck, mit dem ihr mir all die Dankbarkeit übermittelt habt, die man mit Worten nicht ausdrücken kann.
Dank euch wird das jährliche Konzert im Teatro del Silenzio immer mehr beachtet, bis hin zu dem Punkt, dass es uns in diesem Jahr erstmals gelungen ist, das Event des kommenden Jahr schon ziemlich konkret ein Jahr im Voraus zu planen.
Die Idee ist derart wichtig und verwegen, dass es mir schon leid tut, sie zu verraten, so sehr würde es mich doch freuen, sie bei einer Überraschung zu belassen, aber ich glaube, dass ich es schon ab dem Moment nicht schaffen werde zu schweigen, ab dem die Absichten der Mitwirkenden konkretere Form und Substanz mittels ein paar Tintenstrichen auf einem weißen Blatt angenommen haben werden.
Wenn alles so läuft wie ich hoffe, wird es im nächsten Jahre eine große neue organisatorische Herausforderung und ein neues unglaubliches künstlerisches Ziel geben.
Wünschen wir uns wieder einmal, wie wir es bisher immer hatten, Glück, oder vielmehr, dass der liebe Gott uns bei unserer Kühnheit beistehe und vor allem, dass die Wetterbedingungen gut sein werden, die immer die wahre große Unbekannte bleiben werden, die niemand beeinflussen kann.
Andrea
(Übersetzung R. Bausch)
 
italienisches Original hier

 

Forte dei Marmi, den 10. Februar 2014  
Liebste Freunde nah und fern,
es ist lange her, seit ich euch das letzte Mal geschrieben habe, was mir sehr leid tut. Ich hätte sehr gerne einen engeren Kontakt zu euch, die ihr meine Kraft seid und vor allem anderen der Grund für meine gesanglichen Abenteuer überall auf der Welt. Da ihr jetzt alle zumeist gut vernetzt seid, wird euch ein kurzer Blick genügen, um euch zu vergewissern, dass ich nicht viel Freizeit zur Verfügung habe. Wenn ich mal ein paar Tage frei habe, bin ich dermaßen müde, dass ich mich zu Hause einschließe und versuche mich mit einem Buch zu regenerieren, oder mit einem Freund, der vorbeikommt, um mir Gesellschaft zu leisten.
 Das passiert jedoch nicht oft, weil ich fast dauernd unterwegs bin, und es gibt immer etwas zu lernen, oder zu verbessern.
 In diesen Monaten, zum Beispiel, habe ich viel an der Rolle des Des Grieux aus Manon Lescaut gearbeitet und nun endlich wurde das Projekt verwirklicht.
 Hier bin ich also und schreibe euch aus Valencia in Spanien, wo sich die Aufnahmen dieser wundervollen Oper dem Ende zuneigen. Ich mache dies, weil es mich freuen würde mit euch allen das zu teilen, was für mich ein wahres künstlerisches Abenteuer war.
 Manon Lescaut ist eine der schönsten und komplexesten Opern von Giacomo Puccini. Sie hat sehr intensive Passagen, die mich forderten: Stimme, emotionales Engagement und Leidenschaft.
Die Rolle der Manon wurde von Anna Maria Martinez gesungen, die viele von euch schon an meiner Seite während zahlreicher Konzerte gesehen und gehört haben, darunter, nicht zu vergessen, das im Central Park in New York.
 Die Leitung jedoch wurde Maestro Plácido Domingo anvertraut, einem Sänger der Superlative, der schon oft der Rolle des Des Grieux in dieser Oper Leben verliehen hat.
Die freundschaftliche Atmosphäre, die unvergleichliche Schönheit der Musik, die Gegenwart mir so lieber Kollegen haben dieses Abenteuer wirklich unvergesslich gemacht.
Auch das Glück, wenn man an das Glück glauben will, hat seinen Teil dazu beigetragen, indem es mir stimmliche Bestform gewährte.
 Ich hoffe von Herzen, dass ihr die Gelegenheit haben werdet, meine neue Arbeit zu hören, deren Verwirklichung mir und allen, die daran beteiligt waren, großen Einsatz und Mühe abverlangt hat.
 Um diese gefühlvolle Liebesgeschichte zu singen, waren mir all meine Lebenserfahrungen von Nutzen - wie kann man von Liebe singen, wenn man nicht verliebt ist, wie kann man von Leidenschaft singen, wenn man den Pfeil des Amor nicht selbst verspürt hat; wie kann man sich in ein Drama hineinversetzen, wenn man es nicht selbst erlebt hat!!!
 Ich möchte Maestro Domingo für seine Energie und seine nahezu jugendliche Begeisterung danken, mit der er das Wagnis angegangen ist, und Virginio Fedeli, der Tag und Nacht mit bewundernswertem Eifer daran gearbeitet hat, dieses Projekt am Ende zu verwirklichen, das so schwer in Gang zu bringen war; Veronica, die mich vom ersten Tag an ermutigt hat, mir liebevoll zur Seite stand mit Beobachtungen und Ratschlägen, Carlo Bernini und Eugene Kohn für ihre fundamentale Hilfe, die sie mir während der Zeit des Einstudierens und der Umsetzung dieser schwierigen Partitur gegeben haben.
 Schon jetzt möchte ich allen von Herzen danken, die mit mir die Emotionen dieses Meisterwerks des großen toskanischen Komponisten teilen wollen.
  Mir fehlen die passenden Worte um mich bei all denjenigen Klassikliebhabern zu bedanken, die mich in der Rolle des Des Grieux willkommen heißen und in ihren vier Wänden meine Stimme erklingen lassen werden, die in diesem wunderschönen Auditorium von Valencia (erbaut vom berühmten spanischen Architekten Santiago Calatrava) dem Cavalier Des Grieux wieder Leben und Charakter verliehen hat, wenn er unsterblich verliebt in Manon hingerissen singt: "Donna non vidi mai simile a questa" (Ich sah nie eine Frau wie diese…) und später, überwältigt von Schmerz und Verzweiflung flehentlich ausruft: "Pazzo son! Guardate, pazzo son! Guardate com'io piango e imploro!!!!!" (Ich bin verrückt, schaut ich bin verrückt, Schaut wie ich weine und flehe!).
Wenn es mir gelingen wird, euch Gänsehaut zu erzeugen oder euch gar zu Tränen zu rühren, dann kann ich aus vollem Herzen freudig und dankbar sagen: “Mission erfüllt”.
Andrea.

(italienisches Original hier)


Forte dei Marmi, 13. Januar 2013
Liebste Freunde,
Ich wende mich schuldbewusst nach langen Schweigen an Euch, das wohl durch einen wirklich beeindruckenden Arbeitsrhythmus verursacht wurde, durch den dann noch erschwerend hinzu kommt, dass ich Weihnachten habe vorüber gehen lassen, ohne Euch zumindest meine Grüsse zu senden.
Diejenigen von Euch, die aus Interesse meinen Aktivitäten im Internet gefolgt sind, wissen sicher was ich gemacht habe: in etwas mehr als einem Monat fünfzehn Konzerte, Fernsehen und vieles mehr, im Flug von Großbritannien nach den USA, von Brasilien nach Deutschland und dann Polen bis hin zum Konzert in Genua. 
Zu Heiligabend war ich endlich zu Hause, müde, aber sehr glücklich, besonders wegen der Zuneigung mir gegenüber, die ich überall verspürt habe, und die ich eifersüchtig wie einen Schatz hüte, das Wertvollste, was ein Mensch bekommen kann, ohne besondere Verdienste, außer dass er immer sein Bestes gibt.
Ich danke Euch unendlich für Eure Wertschätzung, für die Warmherzigkeit Eures Applauses, für die Opfer, die Ihr bringt, um mich zu sehen und meinen Gesang zu hören, ich danke Euch für eure Mitteilungen, die Ihr mir auf allen möglichen Wegen zukommen lasst, für das Vertrauen, das Ihr in jedes meiner künstlerischen Abenteuer setzt. 
Ich danke Euch, denn ohne Euch, wäre meine Stimme, wie eine in Sand geschriebene Liebeserklärung oder dem Winde anvertraut; jedoch seid Ihr da und Ihr seid wirklich zahlreich. Jeder von Euch vermittelt mir seine positive Energie, und dem ist es genau zu verdanken, dass ich mysteriöserweise die Kraft und die Begeisterung finde, neue Wege zu gehen, neue Herausforderungen anzunehmen, den Mut aufzubringen, immer wieder andere Flugzeuge zu besteigen und Meere zu überqueren, und dabei die Töne, die Gerüche, die lebhaftesten Erinnerungen an mein Land, an meine Liebsten mit mir zunehmen… 
Seit jeher entführt mich die Musik der Wirklichkeit, die mich umgibt und enthüllt mir ideale Welten, aus denen ich mit dem unwiderstehlichen Verlangen zurückkehre, der ganzen Menschheit diese wundervolle Erfahrung mitzuteilen, und ich weiß, dass ich mich hierzu des Gesangs bedienen kann, jenes einzigen Instruments, das dazu geeignet ist, dieses Unterfangen zu verwirklichen. Also stürze ich mich darauf, mit all meiner Kraft, mit all meiner Leidenschaft, während Ihr das Übrige macht.

In einigen Tagen, wie Ihr sicher schon wisst, erscheint meine neue Platte: eine Sammlung von Meisterwerken, die seit Jahrzehnten die Herzen ganzer Generationen erwärmt haben. 
Für mich hat dies einen Sprung zurück in meine frühe Jugend bedeutet, als ich mit langen Haaren und unendlich vielen Träumen im Herzen anfing, mich mit der Popmusik vertraut zu machen und ich durch diese wundervollen Seiten der Musik, die ich nach und nach entdeckte, wie durch Zauberei, all meine kleinen Probleme des Erwachsenwerdens vergaß.
Schöne Zeiten waren das, wenn es mir auch nicht immer so erschien! Ich sang am Abend in Lokalen und um mich herum verliebten sich vielen junge Leute meines Alters, flüsterten sich Sätze ins Ohr, die sie aus den Liedern aufgeschnappt hatten; die Träume und die Hoffnungen überwogen bei Weitem die Schwierigkeiten und Enttäuschungen des täglichen Lebens.
So sang ich, einfach so, ohne Planung und ohne Vorausplanung, ich sang das, was mir mein Herz und mein Alter eingaben und nichtsdestotrotz hörten mir die Leute gerne zu und entwickelten eine gewisse Sympathie für jenen unbekannten und seltsamen Pianisten, der in seiner Welt lebte, die schon damals vor allem aus Tönen bestand.
Ich finde nicht die Worte Euch die Tiefe der Empfindungen zu beschreiben, die ich bei der jetzigen Interpretierung dieser Stücke empfunden habe, die auf der einen Seite so reich an Schönheit und Inspiration sind und auf der anderen Seite beladen mit glühenden Erinnerungen an vergangene Zeiten, die mir vorkommen, als seien sie gerade erst gestern gewesen.
Ich hoffe, dass Euch ein Echo dieser Erinnerungen erreicht, ein Stückchen dieser Gefühle, dieses Lebens, das mein ganzes leidenschaftliches und begeistertes Sein wie ein Blitz durchdrungen hat.
In diese Stücke habe ich mein ganzes Leben hinein gegeben, von dem Ihr nunmehr eine wesentlicher Teil seid. 
Aus dem Zentrum meiner Welt, meinem Zuhause, wo ich mich zur Zeit befinde, erreicht Euch all meine Dankbarkeit und ein herzliche Umarmung.
Andrea. 

21 Marzo 2012: la Versilia sorride baciata da un bel sole di primavera.
È proprio in questo giorno che la piccola Virginia decide di venire al mondo e scaldare il cuore di mamma Veronica e babbo Andrea. Anche i fratelli, Amos e Matteo sono felicissimi e gioiosamente sbigottiti di fronte al miracolo della vita, che ancora una volta si compie e, questa volta, lo fa proprio in mezzo a loro.
A pochi giorni dalla sua nascita, Virginia è già una piccola Principessa, amata e coccolata da tutti.
Benvenuta Virginia; sia la tua vita una meravigliosa primavera, come quella che hai portato nel cuore di tutti coloro che ti vogliono bene. 
Andrea Bocelli

21. März 2012: Von einer schönen Frühlingssonne geküsst lächelt die Versilia.
Und genau an diesem Tag beschließt die kleine Virginia zur Welt zu kommen und die Herzen von ihrer Mama Veronica und ihrem Papa Andrea zu erwärmen. Auch die Brüder, Amos und Matteo sind sehr glücklich und voll Freude ergriffen von diesem Wunder des Lebens, das sich wieder einmal vollführt, dieses Mal direkt unter Ihnen.
Nur wenige Tage nach ihrer Geburt ist Virginia schon eine kleine Prinzessin, von allen geliebt und gehätschelt.
Willkommen Virginia; möge Dein Leben ein wundervoller Frühling sein, wie der, den Du in die Herzen aller gebracht hast, die Dich lieben.
Andrea Bocelli  
 

Una voce
 
hier zum mitlesen von Andrea rezitiert 
 
Mente, che più veloce della luce
trascendi il tempo e c'indichi la via,
chi, misteriosamente ti conduce,
e in te produce il fuoco dell'idea,
del sentimento, della congettura,
il ricordo struggente, l'impazienza;
chi genera il coraggio la paura,
il desiderio, il sogno la coscienza?
Qual algoritmo, qual arcano genio,
fuori dal tempo e dallo spazio crea?
Chi di broccati, d'oro e calcedonio
orna l'eliso e muove la marea
dell'universo, di cui sei regina?
Un pover uom son io, che cerca lumi,
in bilico, avanzando sulla china
del tempo mio, che se ne va in frantumi.
Vero è, che ad immagine e somiglianza
di chi così ti volle tu sorgesti:
fragile, molle, immensa, conoscesti
lo smarrimento, il duolo la speranza.
 
Così pensavo camminando, ieri,
su e giù, per un sentiero di collina
e si levava già, da quei pensieri,
un'inquietudine, quasi una pena;
quando un bisbiglio, un canto, o non so cosa,
mi coglie di sorpresa ed allontana
di colpo, quella folla fastidiosa
di "rei fantasmi" e tosto mi risana.
Resto in ascolto e subito m'è chiaro:
gli olivi son, che il babbo amava tanto;
preso mi sento, da un ricordo caro
e ad un tratto mi par d'averlo accanto
mio padre; quasi mi rimproverasse
quell'elucubrazione demenziale
e dando voce alle sue piante urlasse:
"Tu pensi? Ma pensar troppo fa male!.....
Ascolta questa voce e lascia al cuore
l'impegno di guidarti sulla via
della felicità che dà l'amore
senza riserve. Vivi la follia
di quando te ne stavi rannicchiato
fra le mie braccia e non temevi nulla.
Nulla sapevi, eppure eri beato!
Eppure sorridevi nella culla!
Eri felice, allora! Ch'è successo?
Forse vuoi metter l'ali al tuo destino?
Forse ti senti abbandonato adesso,
mentre nel mondo compi il tuo cammino?
Non senti tutto intorno a te respira,
le stelle brillano nel cielo immenso,
una mano gentile a sé t'attira
e della vita ancor ti chiedi il senso!!!!!
Povero, sciocco, ingrato figlio mio!!!
Che posso dirti io, se questo occaso
a cui ti volgi incredulo e restìo
e ciò che vive vuoi figlio del caso.
 
Stormivano gli olivi nella sera
accarezzati da una brezza lieve
ed io sentiva l'anima leggera,
rasserenarsi a quel monito breve.
Risa di bimbi ed un vocìo dappresso
m'hanno rapito a quell'eremo lieto,
ne sono uscito con il mio segreto
e da allora non sono più lo stesso.
 
 Andrea Bocelli
Hochgeladen am 21.03.2011
Andrea Bocelli - Una voce
Official website: www.andreabocelli.com
Official Facebook page: http://www.facebook.com/andreabocelli

 

Dezember 2009: Andreas Weihnachtsgrüsse an seine Fans (ital. Original)

 

deutsche Übersetzung: 
Liebe Freunde,
Wir sind mal wieder kurz vor Weihnachten, ein Jahr ist schnell wie der Blitz vergangen, und doch, wie viele Städte habe ich besucht, wie viele Hände habe ich gedrückt, wie viele Eurer Mitteilungen habe ich gelesen: herzlich, aufrichtig, einige sehr bewegend, andere einfach nett, jedoch alle durchweg beseelt von dem Wunsch, mir Kraft und Mut zu verleihen, Begeisterung und immer wieder neue Energie.
  Es fehlen die Worte um mich bei Euch zu bedanken, um bestmöglich das Gefühl tiefer Dankbarkeit zu beschreiben, das ich Euch gegenüber empfinde; ich habe jedoch gedacht, dass ein Album mit weihnachtlichen Stücken die beste Art sei, in Euer Zuhause meine herzlichsten Weihnachtswünsche zu überbringen: auf dass es ein Fest des Friedens und der Freude für alle von Euch sei, so wie es diese Stücke wundervollerweise verheißen.
  Unter den Weihnachtsliedern war mir eines besonders wichtig: The Lord’s Prayer – das Vater Unser: Das Gebet aller Christen, das wir daher idealerweise alle zusammen singen könnten, nicht nur, weil wie Sant'Agostino sagte: "Wer singend betet, betet zweimal", sondern besonders, weil sich dann zum Himmel ein riesiger Chor erhebt, der zu dieser außerordentlichen Melodie von der Hoffnung auf eine gerechtere, weniger gewaltsame, und daher glücklichere Welt singt. Eine Welt, in der alle Menschen nach jener brüderlichen Gleichheit streben, jenseits der individuellen Unterschiede und Entfernungen.
  Andererseits, den vergehenden Jahren zum Trotz, bleibt mein Optimismus bestehen: ich glaube fest an die Möglichkeit, vielmehr an die Unumgänglichkeit und das Nahen einer besseren Welt.
  Eine Person, die ich erst vor kurzem kennen gelernt habe, die mir aber schnell eine sehr liebe Freundin geworden ist, hat neben vielen Dingen, die sie geschafft hat, ein Heer von Freiwilligen aufgestellt, die sich dafür engagieren „Ritter des Lichts“ zu sein: Überbringer der Wahrheit, des Lebens, der Hoffnung, der Gerechtigkeit, der Brüderlichkeit usw…. Ich habe mich sofort diesem Projekt angeschlossen, das ich alle einlade, ein wenig besser kennen zu lernen, indem man einen Blick auf die Seite: http://www.nuoviorizzonti-onlus.com  wirft. Wenn Ihr das macht, werdet Ihr eine faszinierende, fast unglaubliche Geschichte entdecken: Die Geschichte einer jungen Frau, die alleine all das fertig gebracht hat, was unmöglich erschien...
  Ich wünsche allen das glücklichste Weihnachten, ein schönes Fest und gutes neues Jahr, in der Hoffnung, euch baldmöglichst wieder zu treffen, vielleicht sogar in Eurer Stadt.
      Andrea.

 


24. September 2009: Andrea dankt seinen Fans für die Geburtstagsglückwünsch e (ital. Original)

 

Deutsche Übersetzung
Liebe Freunde,
ich wollte euch allen von Herzen danken, weil ich nie angenommen hätte, so viele Beweise von Freundschaft und Zuneigung zu erhalten. Danke, dass Ihr mir die Kraft und oft auch den Mut gebt, insbesondere den Willen, weiter zu machen, Euch in allen Teilen der Welt zu erreichen, und zu versuchen, es wenigstens zu versuchen, euch einige Augenblicke der Freude, des Wohlbefindens, des Vergnügens zu geben, kurz, das was nur die Musik und eine liebgewonnene Stimme unseren Herzen zu schenken vermag. Ich kenne dieses Glücksgefühl, da ich es empfunden habe, seit ich ein Kind war, als ich die Stimme von Franco Corelli hörte, dem Sänger, der mich inspiriert hat, und die von vielen anderen großen Sängern der Vergangenheit; ich weiß, wie sehr die Musik und der Gesang helfen können in schwierigen Zeiten zu bestehen, aber ohne Eure liebevollen Ermutigungen würde ich mich sicher der Aufgabe nicht würdig fühlen, zu der ich berufen wurde.
eine herzliche Umarmung
Andrea.

25.3.09: Andreas Mitteilung an seine Fans nach den wegen Streiks abgesagten Aufführungen des Faust in Palermo (ital. Original)
 
Deutsche Übersetzung
Während der Tage, die ich in Palermo verbracht habe, war Gounods Faust für mich eine menschliche Erfahrung von außerordenlicher Intensität, nicht nur künstlerisch, und in diesem Sinn denke ich, war es extrem positiv.
Zuerst möchte ich M° Plasson danken: ein außerordentlicher Musiker, der, nach einer unvergleichbaren Karriere und aufsehenserregenden Erfolgen in den prestigevollsten Theatern weltweit, die Begeisterung, die Energie und die Zeit fand, zu kommen, mich zu besuchen und mir zu helfen, die Rolle zu verbessern und zu verstehen, die ich unter seiner Leitung spielen sollte.
Solange es Männer wie ihn und Leute wie die gibt, die ihr Äußerstes unter diesen bestimmten Umständen tun, haben die Oper und ihre Fans nichts zu fürchten.
Niemals vorher habe ich so viele Fans erlebt, die so zahlreich nach Palermo gekommen sind, aus allen Teil der Welt, so nah, so wichtig, als Protagonisten; nie zuvor wie dieses Mal sind sie in der Lage gewesen, mir neue Energie und Optimismus einzuflößen.
Ich traf einige von ihnen auf der Straße und in meinem Hotel, bin ich in der Lage gewesen, einige Worte mit einigen von ihnen auszutauschen, schüttelte ihre Hände und ich realisierte jetzt mehr als bisher, wie groß ihre Achtung und Liebe für mich ist. Eine Neigung, die ich versuche, ihnen auf einer täglichen Grundlage zurückzugeben, indem ich alle meine Bemühungen in mein Verhältnis zur Musik einsetze.
„Kunst hilft den Leuten, stärker zu wachsen und offenbart ihr Leben“, dies sind die Worte, die auf dem Giebel des Teatro Massimo in Palermo geschrieben stehen. Das ist zutreffend: die Kunst spornt die menschliche Seele in die Richtung des Wertes des Lebens an und alles, was darauf bezogen ist; deshalb müssen wir es mit Eifer und Mut stützen.
An alle diejenigen, die unter grossen Opfern nach Palermo gekommen sind mit dem Ziel, sublime Musik zu hören, geht mein tief empfundener Dank und eine warme Umarmung.

Andrea

 

Übersetzung: A.-K. Dersch

März 2009 
Andreas Videobotschaft an seine Fans zur Einführung seiner Aphorismen
http://www.andreabocelli.com/aforismi.html  
(hier italienische Mitschrift)

 deutsche Übersetzung
 Bis vor kurzem war mein Wissen über das Internet, beinahe gleich Null: ähnlich wie das, möchte ich sagen, was ich zum Beispiel auch heute noch von der Quantentheorie habe, und das ist eine sehr vage Vorstellung, die mir gerade erlaubt, das Netz nicht mit den Netzen zu verwechseln, die sich sonntags in der Welt des Fußballs manifestieren.
 
  Zwischenzeitlich hat sich jemand die Mühe gemacht, mir eine Website zu widmen und mir den Nutzen zu erklären, aber ich war unheilbar in ein Netz von Noten, Tönen, Instrumentenstimmen verstrickt, ein Netz aus dem es unmöglich war mich zu befreien.
 
 Steter Tropfen höhlt den Stein: heute weiß ich was das Internet ist, auch ich navigiere, wohlgemerkt, mit der Vorsicht eines unerfahrenen Matrosen … und nach und nach, muss ich zugeben, habe ich sogar Gefallen an der Idee gefunden, mit der ganzen Welt in einer hochinteressanten Beziehung des Geben und Nehmens kommunizieren zu können, aus der mit ein wenig Optimismus und gutem Willen alles erdenklich Gute entstehen kann.
 
  Dank der Zuneigung und Achtung meiner vielen Anhänger auf der ganzen Welt, hat meine Seite heute ungewöhnliche Ausmaße angenommen: sie ist wie ein sehr langer Zug, der darauf wartet, mit aller Art von Waren beladen zu werden um sie zu den weitest entfernten Zielen zu bringen. Dieser Zug ist hier, er steht hier am Bahnhof, bereit um loszufahren, wenn man ihn mit allerlei beladen hat: mit vielen Ideen, mit vielen Plänen, kurz mit vielen kleinen Pflanzen, die bald ihre guten Früchte tragen werden.
 
  Mir gefällt der Gedanke, dass meine Seite der Motor für die Verbreitung von Ideen werden könnte, von Gedanken, und wer weiß, von wie viel anderen Dingen noch, wenn es noch stimmt, dass etwas aus etwas entsteht.
 
  Nun ist es an der Zeit, die Ärmel hochzukrempeln und anzufangen. Ich habe lange über die beste Art nachgedacht, dieses außergewöhnliche Abenteuer ins Leben zu rufen und habe schließlich gedacht, den ersten Schritt zu machen mit einer Initiative echt spekulativen Charakters: es handelt sich um eine Sammlung von Aphorismen, sagen wir von Gedanken, von kleinen Dingen, die ich den Journalisten während der zahllosen Interviews seit dem Beginn meiner Karriere erzählt habe, es handelt sich unter anderem um Absurditäten, die aus der Unruhe meiner ganzen Natur entstanden sind, während der langen Schweigephasen, die den Vorstellungen vorausgehen, um Maximen, lange ausgebreitet und abgestimmt, im Versuch, wahrscheinlich vergeblich, den Söhnen die Komödie des Lebens zu erzählen, genau das; weil ein Vater immer hofft mit der eigenen Erfahrung das Erbe der kommenden Generationen anreichern zu können…
   Die Aphorismen erheben nicht den Anspruch die absolute Wahrheit zu enthalten: seit Jahrhunderten ist bekannt, dass in dieser Welt alles wahr ist und das Gegenteil von allem, denn der Mensch ist das Maß aller Dinge..... Die Aphorismen können jedoch den Geist zu Überlegungen anspornen, zum inneren Dialog, was so heilsam ist für all jene Seelen, die der Katastrophe des Fanatismus entkommen wollen, der Sicherheit, die den Zweifel tötet und den Intellekt umnebeln....

  Aus dieser kleinen Sammlung von Gesagtem, manchmal so auch um zu provozieren, ist ein recht sinngetreuer Umriss von dem geworden, was ich war, was ich bin, und vielleicht von dem was ich sein werde. Ein Werk, das überraschend anschaulich meine Schwächen, meine Einsichten, aber auch die Leidenschaften, die Aufregungen, die Leiden, die Momente der Überschwänglichkeit, der Euphorie in einem Leben, darstellt, dem meinen, das in dem krampfhaften Versuch verbracht wurde, etwas von diesem Leben zu verstehen.
  Sagen wir, dass ich das Wort ergreife, in der Hoffnung, dass ihr im Folgenden es Eurerseits tun wollt, dass ihr zu dieser Verbreitung von Gedanken beitragen wollt, was schon immer eine riesige Gelegenheit für die ganze Menschheit gewesen ist: der Dialog ist lehrreich, der Dialog erweitert den Horizont von einem jeden von uns.
  In der Sicherheit, dass ich auf ihre wertvolle Hilfe bauen kann, will ich im Voraus all meinen engsten Mitarbeitern danken: meiner heldenhaften Partnerin Veronica, meinem Bruder Alberto, den liebsten Mariella  und Piero, Massimiliano Ballanti, Renate Bausch, Carlo Bernini, dem Anwalt Eugenio D'Andrea, Pierpaolo Guerrini, Franco Martinelli, Alessia Navarino, Andrea Primicerio und seinem ganzen Stab, Stefano Scozzese und Carlo Tomba.
Von Herzen unendlicher Dank an Euch alle für eure Unterstützung, eure Hilfe und eure Wertschätzung.

 

Übersetzung: R. Bausch

 

10. März 2009 Andreas Gedanken zur bevorstehenden Aufführung des Faust (ital. Original)
 
deutsche Übersetzung:
Die Oper bedeutet für mich das Paradies der Musik, die Welt, in der sich die Gefühle, die Leidenschaften und die Erregungen endlich frei fühlen und uns Momente wahren Glückes schenken.
  Die gute Musik entwickelt in jedem von uns schöne Gefühle und bewirkt, dass wir uns als bessere Menschen fühlen. Es ist kein Zufall, dass Cato den Soldaten gerade von ihr abgeraten hat.
  Meine Begegnung mit der Oper, war zweifelsohne völlig zufällig: Ich war fast noch ein Säugling und es war Liebe auf den ersten Blick. Seit diesem Tag waren Freunde und Verwandte im Wettstreit mir Platten mit Opernmusik mitzubringen. Ich war noch nicht einmal zehn Jahre alt, da konnte ich schon in wenigen Augenblicken alle großen Stimmen des Jahrhunderts erkennen, so wie die Kinder heutzutage die Rockstars voneinander unterscheiden können.
  Faust ist eine der letzten Opern, die ich kennen- und liebengelernt habe. Natürlich hatte ich mich schon vorher für die Stücke des großartigen italienischen Repertoires begeistert und erst danach habe ich gelernt, das Edle und die Tiefe der französischen Oper zu schätzen.
  Nach den unvergesslichen Erfahrungen beim Werther und bei der Carmen bin ich wirklich froh, die Gelegenheit zu haben, in diesem Meisterwerk von Gounod zu debütieren, was mir schon viele Stunden wahren Glücks gebracht hat, auch, ich würde sogar sagen, besonders in den Tagen des intensiven Studiums, die eine solch komplexe Partitur naturgemäß erfordert.
  Faust ist ein Meisterwerk, das vom Interpreten eine besondere Leistung erfordert: Die Verwandlung vom traurigen und einsamen Alten in einen feurigen Jungen voller Leben und Begehren.
  Ich habe viele Interpretationen gehört, von den Ältesten bis hin zu den Jüngsten und ich strebe an, auf das Bestmögliche einen Doktor Faust zu vermitteln, der aus dem tiefsten meiner Seele entspringt, weil nur dies der Zweck einer Arbeit ist, die so mit Schwierigkeit und Verantwortlichkeit beladen ist
 
Andrea  
 
Übersetzung: R. Bausch

 

5. Februar 2009: Andrea zeigt uns wie er sich auf die Aufführung des Faust in Palermo am 20. und 22. März vorbereitet http://www.youtube.com/andreabocelli
Mitschrift und Übersetzung:

Andrea: “Cari amici buongiorno è tanto che non torno a voi sul sito e questa è una bellissima opportunità di trovarci con la musica, con la grande musica, per salutarvi e per ringraziarvi innanzi tutto, per tutte le lettere che mi mandate, per tutto quello che di bello mi scrivete. Oggi siamo qui a casa, ci sono con me Eugene Khon, che è qui… vieni Eugene…”
Eugene: “Salve, buongiorno, piacere di essere qua nella bella Toscana”
Andrea: “Il maestro Eugene Khon,che molti di voi conoscono, per la sua brillante carriera a fianco dei più grandi cantanti del mondo e poi anche perché qualche volta qualcuno di voi l’avrà visto sul podio in qualche mio concerto. E poi c’è anche il maestro Carlo Bernini, tutti lo conoscete perché lavoriamo insieme dagli inizi anzi da quando eravamo ragazzi. In questo periodo io e Carlo abbiamo lavorato molto intensamente sul Faust di Gounod  che cercherò di andare a eseguire a Palermo il 20 e 22 di Marzo. E in questi giorni ci ha raggiunto anche Eugene che mi ha dato una grossa mano dall’alto della sua enorme esperienza musicale accanto a tutti i cantanti che chissà quante volte ha  già diretto il Faust anche lui. Il suo francese è migliore del mio, quindi mi sta dando una mano, ecco  perché io cercherò di trattenerlo qui qualche giorno ancora.
Faust. Faust è a mio parere un’opera meravigliosa, ci sono delle melodie straordinare all’interno che anch’io ho scoperto in quest’occasione per la prima volta.
L’opera comincia proprio con il Dr. Faust che è in là con gli anni, è triste, è solo, sente che la vita se n’è andata e non gli offre più niente di nuovo, più niente d’interessante e allora pensa di togliersela. Pensa di affidare la propria vita ad una pozione velenosa, quando a un certo punto al culmine della sua esasperazione invoca Satana il quale non si fa attendere, e viene… poi la storia tutti voi la conoscete, Faust vende l’anima al Diavolo in cambio della giovinezza, e poi… tutto quello che succede.
Adesso come avevo promesso facciamo qualche minuto di musica per darvi un’anteprima di quest’opera meravigliosa partendo proprio dall’inizio dell’opera.”

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Andrea: “ Ecco questa praticamente è la prima scena tutta sulle spalle del Dr.  Faust, e poi c’è una parte che mi piacerebbe far sentire a tutti quanti, che è proprio il finale dell’atto…”

                                                                       -------segue -------

Andrea: “ Poi  un accenno all’aria che tutti voi conoscete è doverosa per farvi capire”

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Andrea: “ Poi ci sono pagine meravigliose in duetto con il soprano…. Un piccolo accenno”

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Andrea: “ Questa è una pagina meravigliosa come tante altre”

Andrea: “Io vi ringrazio della pazienza che avete avuto, ringrazio Carlo Bernini…”
Eugene: “ Una domanda Andrea…in questa opera il tenore muore? O non è chiaro se muore o no?!”
Andrea: “ La sorte del tenore è alla libera interpretazione del pubblico, e io mi auguro che mi assolviate tutti quanti, perché Margherite viene assolta, alla fine lei muore e sente il coro degli angeli che cantano … salvata…salvata…salvata. E quindi io mi auguro che voi salviate me, e vi do appuntamento a Palermo se non avremo modo di sentirci prima sul sito. Grazie a tutti, arrivederci.

Per ALMUD

Colgo questa occasione di una giornata così un po’ speciale, per presentare anche tutte le persone che collaborano con me quotidianamente. Cominciamo con Veronica che ormai conoscete, poi c’è Alessia, che è la nuova entrata, poi abbiamo Charly Tomba che collabora con noi già da un po’ di tempo, ciao Charly… potrebbe parlare quattro o cinque lingue e oggi  ha scelto di parlare in italiano, poi c’è Alberto, mio fratello, volendo c’è anche Saetta, il piccolo Saetta. Mancano due persone importanti che collaborano con me da tanto, che sono fondamentali, e non sono qui oggi, che sono Massimiliano Ballanti, che saluto e ringrazio e Renate Bausch, Grazie a tutti e a presto.
 
Deutsche Übersetzung
 

Andrea: “Liebe Freude, guten Tag.
Es ist schon wieder eine Weile her, dass ich zu Euch auf die Seite gekommen bin und dies ist eine schöne Gelegenheit sich bei Musik zu treffen, bei groß0artiger Musik, um Euch zu grüssen, und vor allem zu danken, für alle Briefe, die ihr mir schreibt, für all das Nette, das ihr mir schreibt. Heute sind wir zu Hause, bei mir hier ist Eugene Khon, der hier ist….komm zu mir, Eugene…”
Eugene: “Salve, guten Tag. Es ist mir eine Freude hier in der schönen Toskana zu sein.”
Andrea: “Maestro Eugene Khon, den viele von euch kennen durch seine brillante Karriere an der Seite der größten Sänger der Welt und auch, weil einige von Euch ihn schon auf dem Podium bei einem meiner Konzerte gesehen haben werden. Und dann ist hier auch Maestro Carlo Bernini, den alle kennen, weil wir von Anfang an zusammen gearbeitet haben, schon als wir noch junge Männer waren. Im Moment arbeiten Carlo und ich sehr intensiv am Faust di Gounod, den ich am 20. und 22. März in Palermo aufführen will. Und in diesen Tagen ist auch Eugene zu uns gestoßen, der mir sehr geholfen hat, besonders mit seiner ernormen musikalischen Erfahrung mit all den großartigen Sängern.
Wer weiß. Wie oft er auch schon den Faust dirigiert hat. Sein Französisch ist besser als meins,, daher hilft er mir jetzt, deshalb werde ich auch versuchen ihn noch mal für ein paar Tage hier zu haben.

Faust. Faust ist nach meiner Meinung eine wunderbare Oper, mit außergewöhnlichen Melodien, die auch ich bei dieser Gelegenheit erst entdeckt habe.
Die Oper beginnt mit eben diesem Dr. Faust, der schon in die Jahre gekommen ist, er ist traurig, er ist allein, er spürt dass sein Leben zuende geht und ihm nichts Neues mehr zu bieten hat, nichts Interessantes mehr und denkt daher daran, es sich zu nehmen. Er will sein Leben mit einem Gifttrank beenden, als rt plötzlich in seiner tiefsten Verbitterung Satan anruft, der nicht auf sich warten lässt und kommt… die Geschichte kennt ihr dann alle: Faust verkauft dem Teufel seine Seele im Tausch gegen die Jugend, und dann … was dann alles geschieht.
Nun wie ich euch versprochen habe, machen wir ein paar Minuten Musik um euch einen Eindruck von diesem wundervollen Werk zu vermitteln und fangen genau am Anfang der Oper an.”

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Andrea: “Das ist praktisch die erste Szene nur mit Dr. Faust
 
 Und dann gibt es eine Szene, die ich euch auf jeden Fall hören lassen möchte, das ist eben das Ende dieses Aktes”

                                                                       -------Musik -------

Andrea: “Jetzt eine Kostprobe der Arie, die ihr alle kennt, die wichtig ist für euer Verständnis”

                                                                       ------Musik -------

Andrea: “ Dann gibt es wundervolle Stellen im Duett mit der Sopranistin… eine kleine Kostprobe:”

                                                                       ------Musik-------

Andrea: “ Das ist eine wundervolle Stelle wie noch viele andere”

Andrea: “Ich danke Euch für eure Geduld, ich danke Carlo Bernini…”
Eugene: “ Eine Frage Andrea…stirbt der Tenor in dieser Oper? Oder ist nicht klar, ob er stirbt oder nicht?!”
Andrea: “Das Schicksal des Tenors liegt in der freien Interpretation des Publikums und ich hoffe, dass ihr mir alle die Absolution erteilt, denn Margherite wird sie erhalten. Sie stirbt am Ende und hört den Engelschor singen: gerettet…gerettet…gerettet. Und deshalb wünsche ich mir, dass ihr mich rettet und verabrede mich mit euch in Palermo, falls wir uns vorher auf der Seite nicht mehr hören.
Dank an alle, arrivederci.

Für ALMUD

Ich nehme die Gelegenheit dieses ein wenig besonderen Tages wahr, um all diejenigen vorzustellen, die täglich mit mir arbeiten. Fangen wir mit Veronica, die ihr ja schon kennt, dann Alessia, die noch neu bei uns ist, dann haben wir Charly Tomba, der schon seit einiger Zeit bei uns arbeitet, ciao Charly… er könnte in vier oder fünf Sprachen sprechen, aber heute bevorzugt er in Italienisch zu sprechen, dann ist da Alberto, mein Bruder, gern auch Saetta, der kleine Saetta. Es fehlen zwei wichtige Personen, die schon lange mit mir zusammenarbeiten, die von wesentlicher Bedeutung sind, und die heute nicht hier sind, das sind Massimiliano Ballanti, die ich grüße und denen ich danke und Renate Bausch, Dank an alle bis bald.
 
 
Übersetzung: R. Bausch

 
 
31.12.08 Andreas Worte an seine Fans zum Jahresende 2008 
(deutsche Übersetzung mit nachfolgendem italienischen Original vom Forum der offiziellen Seite)
 
Liebe Freunde,
es ist erst fünf Uhr morgens, aber ich bin schon wach und heute Morgen galt mein erster Gedanke Euch. Gestern Abend bin ich schlafen gegangen, nachdem ich Eure Wünsche und Eure vielen Beweise von Wertschätzung und Zuneigung gelesen hatte und da wurde ich mir erst bewusst, dass ich die nun schon gewohnte weihnachtliche Verabredung auf der Seite versäumt habe.
  Ihr wisst jedoch fast besser als ich, wie dieses Jahr, das dem Ende entgegen geht, verlaufen ist, und ich bin mir sicher, dass ihr mir diese zeitliche Verzögerung verzeihen könnt.
Es war ein schwieriges Jahr, aber die schwierigen Dinge, geben, wie man weiß, die größte Befriedigung; Befriedigung, die vor allem durch Euch gekommen ist, die Ihr mich wie immer unterstützt, angespornt und aufgerichtet habt, ihr wart, kurzgesagt, meine Kraft. Ich weiß wirklich nicht, wie ich Euch Eure Zuneigung erwidern könnte, auch wenn ich mir selbst sagen kann, indem ich mir einige Worte eines großen italienischen Dichters des 15.ten, 16.ten Jahrhunderts ausleihe:
" Verachte nicht die kleine Gabe,
Ich gebe alles, was ich habe.“ (aus Ariostos Orlando Furioso – Der rasende Roland)
  Ich hoffe, dass Incanto Eure Ferien irgendwie erfreuen konnte: Es gibt Stücke wie Funiculì Funiculà oder Granada, die wirklich Freude und Energie vermitteln, die auch gut, besonders das Erste, zu  Silvesterfeiern passen.
  In diesen Tagen habe ich mit der Einstudierung des Faust begonnen: Es ist eine wundervolle Oper, die mich mit Sicherheit die ganzen nächsten drei Monate beanspruchen wird, aber wenn es uns gelingen wird, am Ende eine schöne Aufnahme zu  haben, dann wird es der Mühe wert gewesen sein. Gestern kam mein Sohn Amos mit einer alten Platte in der Hand zu mir gerannt: einer 78er Platte mit zwei Stücken aus dem Faust, gesungen von einem der berühmtesten französischen Tenöre: "Guck, was ich gefunden haben", sagte er, "ich weiß, dass sie dir nützlich sein könnte...". Und her hatte tatsächlich Recht.
  In einigen Tagen jwerde ich aber versuchen zu Euch auf die Seite zurückzukehren, jedoch auf etwas direktere Weise und bei dieser Gelegenheit könnte ich Euch ein kleines Stück aus diesem französischen Meisterwerk als Kostprobe vorstellen.
  Ich sende euch meine aufrichtigen besten Wünsche zum Jahresende und meinen herzlichsten Dank für alles was Ihr tut und für mich darstellt.'  Bis bald' 
      Andrea
(Übersetzung: R. Bausch-Hochscheid)
 
 Carissimi amici,
sono solo le cinque del mattino, ma io sono già sveglio e questa mattina, il primo pensiero è per voi. Ieri sera mi sono addormentato, dopo aver letto i vostri messaggi di auguri e le vostre mille testimonianze di stima e di affetto e solo allora mi sono reso conto di aver mancato l'ormai consueto appuntamento natalizio sul sito.
  Voi peró conoscete quasi meglio di me il percorso dell'anno che sta per finire e sono certo che saprete perdonare questo temporaneo ritardo.
è stato un anno difficile, ma le cose difficili, si sa, sono quelle che danno le maggiori soddisfazioni; soddisfazioni, che sono arrivate soprattutto grazie a voi, che, come sempre, mi avete sostenuto, spronato, sollevato, siete stati, insomma la mia forza. Davvero non so come potró ricambiare il vostro affetto, anche se, prendendo a prestito qualche parola da un grande poeta italiano del xv-xvi secolo, posso dire a me stesso:
"né, che poco io vi dia da imputar sono,
che quant'io posso dar, tutto vi dono.
  Spero che Incanto abbia in qualche modo allietato le vostre vacanze: ci sono brani come Funiculì Funiculà, o Granada, che davvero mettono allegria ed energia, adatti, specialmente il primo, anche per il veglione di fine anno.
  In questi giorni ho iniziato lo studio del Faust: è un'opera meravigliosa, che mi assorbirà sicuramente per tutti i prossimi tre mesi, ma se alla fine riusciremo ad avere una buona registrazione, allora ne sarà valsa la pena. Ieri, mio figlio Amos è corso da me con un vecchio disco in mano: un settantotto giri con due brani del Faust eseguiti da uno dei più celebri tenori francesi: "guarda cos'ho trovato" mi ha detto, "mi sa che potrebbe esserti utile...". Ed aveva proprio ragione.
  Tra qualche giorno, comunque, cercheró il modo di tornare a voi sul sito in modo un po' più diretto e con l'occasione, potrei anticiparvi qualche piccolo brano di questo capolavoro francese.
  Vi invio i miei più sentiti auguri di buona fine e buon inizio e un grazie di cuore per tutto quello che fate e che rappresentate per me.'  A presto' 
Andrea 

Dezember 2008: Videobotschaft von Andrea zur Einweihung des Heims für behinderte Kinder “La Casa die Piccoli Angeli” auf Haiti: http://www.youtube.com/andreabocelli (unten der italienische Text mit nachfolgender deutscher Übersetzung)
 
 ORIGINALE  IN ITALIANO
 
Caro padre Rick, cari ragazzi che ho conosciuto in Italia, nel mio Paese, innanzitutto grazie per la soddisfazione che mi avete dato per farmi sentire, anche in piccola parte, utile.
 
E’ stata una grande gioia per me che spero possa ripetersi nel futuro.
So che oggi è una giornata particolare perché si inaugura una cosa che a mio parere è molto importante. Allora per questa occasione ho pensato di raccontarvi una piccola storia. La storia è questa:
 
Una giovane sposa,in stato interessante,un giorno fu ricoverata in un ospedale per un semplice attacco di appendicite. I medici dovettero applicarle del ghiaccio sullo stomaco,sulla pancia e, alla fine di questi trattamenti, i medici le consigliarono di abortire. Le dissero che questa era la soluzione migliore perché quasi sicuramente il bambino sarebbe nato malato.
 
Ma la giovane,coraggiosa sposa,decise di far nascere il bimbo. Quella signora era mia madre e quel bambino ero io!
Sarò di parte ma credo che questa fosse la scelta giusta e credo,spero che possa essere d’incoraggiamento per tante madri che,a volte,si trovano in momenti difficili,momenti di vita complicati,ma vogliono salvare la vita del loro bambino. Io vi faccio tanti auguri e spero un giorno di essere li con voi.
 
Purtroppo questo è per me un periodo di grande lavoro, adesso sono in Messico, ma davvero spero di venirvi a trovare, un giorno.
Tanti auguri!
 
INTRODUZIONE AL BRANO
“per salutarvi vi faccio ascoltare una canzone che ai miei bimbi è piaciuta molto. E’una canzone che porta gioia…”
 
  Deutsche Übersetzung
 
Lieber Pater Rick, liebe Kinder, die ich hier in Italien, meiner Heimat, kennen gelernt habe. Vor allem danke ich euch für das schöne Gefühl, das ihr mir gegeben habt, zumindest auf bescheidene Weise ein wenig nützlich zu sein.
 
Es war mir eine große Freude, und ich hoffe, dass wir das in Zukunft einmal wiederholen können.
 
Ich weiß, dass heute für euch ein besonderer Tag ist, denn es wird ein Ort eingeweiht, der nach meiner Meinung sehr wichtig ist. Also habe ich mir gedacht, dass ich euch zu dieser Gelegenheit eine kleine Geschichte erzähle. Die Geschichte geht so:
 
Eine junge Ehefrau, schwanger, wurde eines Tages ins Krankenhaus eingeliefert wegen einer akuten Blinddarmentzündung. Die Ärzte mussten ihr Eis auf den Magen, auf den Bauch legen und am Ende dieser Behandlung empfahlen ihr die Ärzte abzutreiben. Sie sagten ihr, dass das die beste Lösung sei, denn das Kind würde mit größter Wahrscheinlichkeit behindert zur Welt kommen.
 
Aber die junge mutige Frau entschied sich, das Kind auf die Welt zu bringen. Diese Frau war meine Mutter und dieses Kind war ich!
Ich mag parteiisch sein, aber ich glaube, dass sie die richtige Entscheidung getroffen hat und ich glaube, ich hoffe, das dies eine Ermutigung für viele Mütter sein kann, die sich manchmal in schwierigen Momenten befinden , in Zeiten, in denen das Leben kompliziert ist, die aber das Leben ihres Kindes retten wollen.
 
Ich wünsche euch alles Gute und hoffe, Euch eines Tages besuchen zu können.
 
Leider habe ich zur Zeit viel Arbeit, Im Moment bin ich in Mexiko, aber ich hoffe wirklich Euch eines Tages zu besuchen.
 
Alles Gute!
 
 
Einführung zum Stück
 
“um euch zu grüßen, spiele ich euch jetzt ein Lied, das meinen Kindern gut gefällt. Es ist ein Lied, das Freude bringt…”  
Übersetzung: R. Bausch-Hochscheid

Andreas Mittelung an seine Fans vom 9.10.08 auf dem Forum der offiziellen Seite:
 
deutsche Übersetzung:
Liebe Freundinnen und Freunde, ich hoffe dass Ihr mir die Verspätung verzeihen wollt, mit der ich auf Eure so netten Mitteilungen antworte. Es ist nicht nur meine sprichwörtliche Faulheit daran schuld, sondern besonders die vielen beruflichen Verpflichtungen, die dieses Leben einer Flucht ohne Rast ähneln lassen. Es tut mir jedoch gut, Euch hier zu wissen und zu spüren, Eure Stimmen zu hören, Eure Ermutigungen, Eure Zeichen der Gewogenheit, Eure Zuneigung. Es macht mich besonders glücklich, Euren Wunsch festzustellen, den Menschen hinter dem Sänger zu suchen, seine Absichten zu entdecken, seine Leidenschaften und sogar seine Schwierigkeiten. In diesen  Tagen bin ich sehr mit der Veröffentlichung des neuen Albums beschäftigt. Ich muss alle Kraft daran legen, es einem möglichst großem Publikum bekannt zu machen, denn die Stücke, die darin enthalten sind, sind wirklich von seltener Schönheit. Mittels dieser außergewöhnlichen Melodien habe ich all die großen Stimmen kennen und lieben gelernt, die jemals unter uns waren. Auf der anderen Seite sind es alles Stücke, die in Gedanken an die Schönheit der menschlichen Stimme geschrieben wurden: Für den Zauber (Incanto!) des Gesangs. Sie vermitteln alle miteinander eine außergewöhnliche Energie, und viele von ihnen sprechen von der Liebe, der Sonne, dem Meer, den Orten, die dich träumen und dein Herz schlagen lassen. Ich bin begierig darauf, Eure Eindrücke zu hören: wenn Ihr sie mit mir teilen werdet, diese Gefühle, die diese Musik mir immer zu vermitteln wusste, dann wird meine Arbeit nicht verschwendete Zeit und Mühe gewesen sein.¬ Für jetzt danke ich Euch von ganzem Herzen und ich grüße Euch mit einer herzlichen Umarmung. Ich danke dem Himmel, dass ich an meiner Seite ein solch wichtige Gruppe von Unterstützern von „bocellianischem“ Glauben habe.

Andrea
Übersetzung: R. Bausch-Hochscheid

Andrea Bocelli on youtube

 


Am 8. September 2007 verstirbt Luciano Pavarotti
Grazie Maestro Pavarotti.

Ihr joviales Bild und Ihr spontanes Lächeln wird mir immer im Gedächtnis und in meinem Herzen bleiben. In diesem Moment, da wir uns mit dem Geheimnis der endgültigen Trennung konfrontiert sehen, dem Zeitpunkt des Todes, gibt uns allen Ihre unverwechselbare kristallklare Stimme Zuversicht. Der Schmerz in meinem Herzen wird nur erleichtert bei dem Gedanken, dass Ihre Kunst uns immer verbleiben wird, sie wird uns weiter bei unseren Reisen begleiten, zu Hause, bei unserem alltäglichen Leben.
Ich möchte mich direkt an den teuren Maestro wenden, um ihm Dank zu sagen für all seine vielfachen Verdienste um die Oper und unser Land, das immer aufs Beste von ihm repräsentiert wurde, Dank dafür, dass er  mir den Weg gezeigt und mich in den klassischen Gesang eingeführt hat und Dank dafür, seine Anerkennung gehabt zu haben, die ich immer zurückgegeben habe und die für mich Quell großer Befriedigung war. Danke Maestro für die wertvollen und objektiven Ratschläge und Anregungen dazu, immer mein Bestes zu geben. Dank dafür, die Oper zu einer Kunst gemacht zu haben, die für viele greifbar, wenn nicht überhaupt zu einer Leidenschaft geworden ist. Die Vielen wurden von Ihnen an die Hand genommen und liebevoll in die wundervolle Welt der Oper und des großen Liedguts eingeführt, das zu den internationalen zeitlosen Klassikern aufgestiegen ist. Sie werden nicht nur immer in unseren Herzen bleiben, sie werden in unserem Alltag sein, Sie werden uns weiter väterlich bei unserer Arbeit begleiten und unserem Leben, sie werden wie immer Quell der Inspiration und Unterstützung bei der Suche nach Professionalität sein. Dank dafür, dass Sie jetzt mehr denn je da sind als Garantie und Sicherheit für eine Welt der Hoffnung und des Glaubens, die durch Ihre generose Stimme noch schöner werden wird. Dank dafür noch Ihre Arme noch weit für uns auszubreiten, mit uns zusammen zu singen und uns noch  jenes strahlende und ehrliche Lächeln zu schenken. 

Andrea Bocelli
Forte dei Marmi, 6. September 2007
 
deutsche Übersetzung (R.Bausch-Hochscheid) von Andreas Worte an den verstorbenen Maestro Pavarotti, im Orignal auf www.andreabocelli.com

Oktober 2007: Andrea unterstützt eine Kampagne für das Tastmuseum Omero in Ancona
 


here you can watch the TV Spot online:

 


Andrea Präsentation 27. 10. 2004, Copyright Universal The Netherlands

 

 

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